Mehr fürs Velo gibts auch ohne «Mehr fürs Velo»


Veröffentlicht am 20. Februar 2011 von Dominik in Aufgefallen, Markt, Politik / Keine Kommentare

Vermutlich eng, aber gemütlich warm: Die Prager Velosauna. (Bild: Jakub Smolik / veloujournal.ch)

«Mehr fürs Velo», die Luzerner Veloinitiative, ist am 13. Februar gescheitert. Plattfuss. Mehr fürs Velo gibts freilich immer mal wieder auch ohne der Stimmbürgerschaft Segen. Der freie Markt lässt unsereins nicht im Stich. Ein bisschen surfen, ein bisschen Zeitung lesen an einem regnerischem Sonntag wie diesem liefert den Beweis.

Zum Beispiel hat ein tschechisches Architektenkollektiv eine Sauna gebaut, welche ein kräftiger Pedaleur locker hinter sich herzuziehen vermag, gemäss «velojournal» ein Geschenk an alle Prager Velofahrenden sein, die auch im Winter nicht vom Sattel steigen. Die Prager H3T-Architekten scheinen ohnehin immer mal wieder ungewöhnliche Ideen zu haben und dieselben vorzugsweise im Saunawesen auszuleben, wie ein Blick zum Beispiel auf diese Page ihrer Website vermuten lässt. Die Velosauna übrigens, heisst es, sei voll funktionstüchtig und werde mit Holz geheizt. Mehrere Personen hätten am letzten Critical Mass in Prag die Gelegenheit zum Saunagang am Ufer der Moldau genützt. Ohne Hemmungen. Das Ding ist ja auch diskret milchverglast.

Und sonst: Die Schweizer Mode- und Lifestylemarke Strellson nimmt sich der bikenden Bürolisten an und schwingt sich dazu bei Bianchi, dem Italiener für die besonders velophilen Gümmeler, in den Sattel. «The Rolling Style» nennt sich das entstandene Projekt, und es dreht sich rund um den urbanen «Business Biker». Dazu gehört ein Strellson Bike, ein Fixie natürlich, und passend dazu ein schmal geschnittener, wasser- und schmutzabweisender Bi-Stretch-Anzug mit Reflektorenstreifen (was immer das sein mag).

Der Velofahrer meint dazu erstens: Obiger Abschnitt ist teilweise aus dem Magazin «Z Die schönen Seiten», der heutigen Beilage zur «NZZ am Sonntag», abgekupfert. Da ich nun aber diese Quelle angebe, muss ich nicht befürchten, schon morgen Dr. Googleberg geschimpft zu werden. Und zweitens: Hätte die UBS Herrn Strellson und Signore Bianchi konsultiert, bevor sie ihren Dresscode herausgab, wären die hämischen Schlagzeilen womöglich ausgeblieben.

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