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Grindel, Wahlen und der Scheltenpass

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Geheimnisvoll: Auf der Anfahrt zum Scheltenpass von Delsberg her.

Grindelwald? Kennt jeder. Aber Grindel? Und Wahlen? Zwei Nester südlich von Laufen, die ich auf der ersten Blueschtfahrt er-fahre, auf der ich Handschuhe tragen muss: 7. Mai, aber ein paar wenige Grad nur, diesig und der Asphalt nass. Aber einfach schön. Kurz nach neun Uhr gehts in Basel los, erst der Veloland-Route Nr. 7 entlang westwwärts, Ettingen, Flüh, Mariastein (schöne Grüsse himmelwärts) und auf die Challhöchi, gut 800 Meter, der erste Stutz ist geschafft. Kaum Verkehr. 450 Meter runter gesaust dann bis Laufen, weiter dann, siehe oben, nach diesem Grindel, das von der übrigen Schweiz vergessen zwischen ein paar Jura-Högern vor sich hinträumt.

Die leuchtenden Rapsfelder kontrastieren heute wunderbar zum trüben Himmel.

Der erste Übergang ist geschafft. Von der Challhöchi gehts hinunter ins Laufental.

Jetzt gehts endgültig abseits, immer verträumter dafür, Niederbergli und Oberbergli heissen die nächsten Höfe, und ehe auf 810 Metern der nächste Übergang, das Welschgätterli erreicht wird, stösst auch der stärkste Biker sein Bike ein paar hundert Meter den Wald hoch, so steil und steinig führt der Trail bergan. Das Welschgätterli, übrigens, heisst so, weil es eben eines ist und der Übergang vom Solothurnischen in den Canton de Jura, wo man welsch parliert und das erste Dorf Montsevelier heisst. Hinüber dann nach Mervelier, von aus uns nochmals 500 Höhenmeter vom Sommet dieser Tour trennen, dem Scheltenpass, welcher mit Fug und Recht als Geheimtipp gelten darf. Der Eingang führt zwischen hohen Felsen hindurch in eine andere Welt, lange flach dann dem Scheltenbach entlang, der nach Tagen heftigen Regens viel Wasser führt. Eine handvoll Autos bloss begegnet mir bis zur Passhöhe. Oben steht auf einer bronzenen Tafel, dass diese Verbindung 1914/15 zur Zeit der Grenzbesetzung in die Landschaft gelegt worden sei. Weltkriegsgeschichte war schon am Morgen, der Grenze zu Frankreich entlang, immer wieder anzutreffen.

Blick zurück nach Grindel.

Wie in den Alpen: Die Scheltenpass-Strasse auf der Solothurner Seite.

Pass-abwärts gehts auf den ersten Kilometern alpin zu und her, in einigen Kehren windet sich die Strasse Ramiswil zu, von dem unsereins bis dato ebenso wenig wusste wie von diesem Grindel. Später mündet das Strässchen in die etwas breitere Strasse vom Passwang her, den wir uns für nächstes Mal vornehmen, denn diesmal ist Solothurn das Ziel, wohin der Weg erst durchs Guldental (auch noch nie gehört) über Mümliswil und Balsthal führt und später dann durch die beiden Bipp (Nieder- und Ober) und zwei, drei weitere Mittelland-Häuserhaufen.
Voilà, 90 Kilometer waren das, die Bischofsstadt ist erreicht, aber heute steht kein Messebesuch auf dem Programm, sondern ein Abstecher an die Bike-Days. Ein schöner Abschluss nach einer dieser Ausfahrten, während derer man immer wieder das Gefühl hat, seine Heimat nicht wirklich zu kennen. Wofür denn sonst aber, als dies zu ändern, hat man ein Velo? Oder zwei?

Mehr Bilder zu dieser Tour findest Du auf der Bilderseite «Velotouren».

Autor:

...geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

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