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Bundesregierung will weniger Velowege

«Schlechte Nachrichten für Fahrradfreunde», lesen wir heute auf der Online-Ausgabe der deutschen «Tageszeitung». Zitat: «Es gibt immer weniger Geld für Radwege entlang von Bundesfernstraßen. In dem Haushaltsentwurf für 2012, den die schwarz-gelbe Bundesregierung vergangene Woche präsentierte, sind nur noch 60 Millionen Euro dafür vorgesehen. 2010 betrug das Budget noch 100 Millionen Euro. Die Kürzungen gehen mit dem allgemein kleineren Budget des Verkehrshaushalts einher. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) kritisiert sie als ‹einen Schlag ins Gesicht› für alle Radfahrer in Deutschland.

Gestern hat der «Spiegel» (einmal mehr) einen Schlagabtausch zwischen Auto- und Velofahrern losgetreten. Die heutige Meldung passt dazu: Man kommt sich keinen Meter entgegen. Die Politik, indem sie mit derlei Kürzungen Absichtserklärungen von wegen Atomausstieg und so zum Gerede macht, die Auto- und Velofahrer, indem sie einander fortwährend die Vorfahrt abschneiden.

Die Leserkommentare sind zwar (der Ausrichtung der «Tageszeitung» gemäss) ein bisschen fahrradfreundlicher, aber auch nicht nur.

Leser Toby etwa stellt fest: «‹An etwa der Hälfte der Bundesstraßen gibt es Radwege.› Man stelle sich die umgekehrte Meldung vor. ‹An etwa der Hälfte der Bundesradwege gibt es PKW-Wege.› Lustig? Absurd? Warum eigentlich? Das Auto ist und bleibt ein Luxus, dessen Schaden für Klima, Umwelt, Landschaft, Wohn- und Lebensqualität, sowie Verkehrssicherheit in keinem Verhältnis zu seinem Nutzen für die Vielzahl seiner Nutzer steht. Die Verkehrspolitik zeigt aber: wir wollen keine Fahrräder. Wir wollen Autos. Wir nehmen alle ihre Nachteile in Kauf, weil uns all das die Bequemlichkeit und die zehn Minuten Zeitersparnis Wert sind.»

Dagegen steht, stellvertretend, was Rainer Rauschenberg meint: «Auch wenn es sicherlich keineswegs Absicht war: Ich finde gut, daß weniger Radwege gebaut werden, denn Radwege dienen faktisch dazu die Fahrbahnen für den motorisierten Verkehr freizuräumen und sie erhöhen objektiv das Unfallrisiko der Radfahrer anstatt es (wie auch die meisten Radfahrer glauben) zu verringern.»

Für das Fazit…

…zitieren wir Leserin Heidi, weil es der Velofahrer nicht treffender ausdrücken könnte: «Man kann nicht sagen, Klimaverbesserung wolle man und sei gegen die Umweltverschmutzung – unterstützt aber nicht diejenigen, die gewillt sind aufs Auto zu verzichten. Ganz abgesehen vom gesundheitlichen Aspekt – mit dem man dann die Krankenkassen schont. Superheuchler, diese Politiker.»

Artikelbild: «Immer mehr Städter setzen im Nahbereich aufs Fahrrad», schreibt der Pressedienst Fahrrad (www.pd-f.de / pressedienst-fahrrad) unter dieses zur Verfügung gestellte Bild. Aber sonst siehts fürs Velo im grossen Kanton derzeit nicht eben gut aus, möchte man aufgrund der obigen Mitteilung meinen.

Autor:

...geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

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