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Ha! Mit Velos gegen den Böfei!

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Damit schlagen wir jeden Feind in die Flucht: Militärvelos in der Kaserne Bern.

Ach herrjeh, im Vergleich zu den 5 Milliarden, die das  Parlament heute unserer Armee, der Schweizer Armee, zugebilligt hat, verkümmern die 2.3 Milliarden, die jüngst ein kluger UBS-Banker in London verzockt hat, zu einem Pappenstiel. 5 Milliarden, die es ebendieser Armee ermöglichen, nebst einer Anzahl Mannsputzzeuge und neuen Offiziersmützen auch eine Anzahl neuer Kampfflieger zu kaufen. Und all dies unter Umgehung des Volks, also auch von mir; ein Entscheid, den die Volkspartei (haben wir da etwas missverstanden?) wesentlich mitgetragen hat.

Im höchsten Gang ins Feindesland

Was das mit dem Verkehrsmittel Velo zu tun hat? Eine Menge. Denn der Velofahrer hat flink zu rechnen begonnen. Mit 5 Milliarden Franken liesse sich die velofahrtüchtige Schweiz flächendeckend mit einem neuen Velo ausrüsten. Mit 3 Millionen Velos genau, das Stück zu 1666 Franken. Das ist grosszügig genug gerechnet, um hiesigerQualitätsware anzuschaffen, die mindestens die nächsten zehn FDP-Wahlkämpfe zu überdauern (bei den paar Kilometern, die diese Frei-Sinnigen fahren). Man stelle sich vor: 3 Millionen Schweizerinnen und Schweizer, die dem Böfei (für Uneingeweihte: Tarnname für den bösen Feind) geschlossen im höchsten Gang entgegenpedalen. Im letzten Augenblick erst würden wir erspäht, weil wir leise und abgasfrei ins Feindesland eindrängen, statt, wie alle anderen, uns ohrenbetäubend und kerosinstinkend schon von weitem anzukündigen. Als Treibstoff genügte uns ab und zu ein Tropfen Öl auf die Kette und alle zehn Kilometer ein Militärguetsli (das dann aber doch). Wir blieben dabei, weiterer Vorteil, solcherart fit, dass die Gesundheitskosten rapide sänken und wir uns die Kosten für den Abstimmungskampf um eine Einheitskasse sparen könnten.

Schweizer Velos aus Schweizer Händen

Mit den dadurch frei werdenden Mitteln könnten wir uns noch bessere Velos anschaffen. Die ausgemusterten Göppel überliessen wir dem Böfei und kämen so endlich auf die 0.7 Prozent Anteil Entwicklungshilfe an den Bundesausgaben, wie die Linke hartnäckig fordert. Ganz abgesehen davon, dass der freie Personenverkehr auf dem Velo im Vergleich zum Flugverkehr wesentlich entschleunigt würde. Wir dürften bei diesem Szenario ferner damit rechnen, dass weit weniger Velomechaniker aus EU-Staaten hierzulande um Arbeit ersuchten als heute und unsere Velos, Schweizer Velos – womit wir zurück an den Ausgangspunkt gelangen – ganz wesentlich auch von Schweizer Händen gefertigt werden müssten.

Deshalb lautet die Parole: Velos für alle, Arbeit für alle und aber Kampfflieger für die kampffliegerfreundlichen Parlamentarier. Und eine Landeerlaubnis für jeden im Feindesland.

Autor:

…geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

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