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So schreibt man über eine Velotour

Manchen sind an einer Velotour die zurückgelegte Distanz, die erklommenen Höhenmeter und ein Streifzug durch fremdländische Menükarten das wichtigste. Solche Einseitigkeit ist zu bedauern, dagegen jedoch nichts einzuwenden. Wenn freilich Tourenberichte mit dieser beschränkten Sichtweise verfasst werden, sind sie zum Gähnen. Und beim Durchblättern de all dieser Hochglanz-Fahrrad-Zeitschriften gähne ich oft.

Dabei ginge es auch anders. Im aktuellen «Zeitpunkt», diesem etwas anderen Heft «für intelligente Optimistinnen und konstruktive Skeptiker» (Eigenwerbung), schreibt ein gewisser Michael Huber auf eine Weise über die Tour d’Europe, die er mit zwei Kollegen unternommen hat, dass es eine Freude ist.

Beispiel eins: «…doch dann öffnet der Mann das Vorzelt und legt, noch bevor er hineinkriecht – mir stockt der Atem -, eine Kalaschnikow auf den Zeltboden.» Beispiel zwei: «‹Ja, warum eigentlich?›, frage ich mich auch manchmal, wenn die Beine müde, das Heimweh gross und die Wege lang werden. Dann beginne ich zu rechnen: Glück, Begegnungen und Erfahrung minus Anstrengung − was bleibt übrig? Ich grüble, und spätestens, wenn ich ich die siebte Wurzel von Radfahren gezogen habe, heisst die grosse Unbekannt allein: ‹Der Sinn des Lebens›.»

Michael Huber zählt und reiht nicht einfach auf, er pflückt heraus, lässt miterleben und -leiden und unterhält dabei bestens. Die Lebensfreude, die aus diesen Zeilen spricht, ist herrlich ansteckend. Deshalb fährt Mensch Velo. Die einen 10’600 Kilometer durch 23 Länder  in  fünf Monaten, wie Michael und seine zwei Kollegen. Die andern einen Tag durchs Emmental. Wie der Velofahrer.

Wir fahren weiter

Michael fragt im letzten Abschnitt seines Artikels nach Grund und Sinn des Velofahrens. Seine philosophische Antwort darauf: «Je mehr ich mich anstrenge, desto ferner rückt die Lösung. Eine Antwort erhalte ich erst, wenn ich nicht mehr danach frage. Wir fahren weiter.»

Den «Zeitpunkt»-Artikel «Tour d’Europe» kannst Du hier als PDF herunterladen. Den «Zeitpunkt» selbst kannst Du auch abonnieren. Er hats verdient. Den Abopreis bestimmst Du selbst. Doch, das gibts und funktioniert.

 

Autor:

...geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Dominik
    Ich habe dich „indirekt“ bei der Tagung letzten Freitag in Oerlikon über Facebook, Twitter & Co kennengelernt. Ich bin auch ein „begeisterter“ MTBer und habe vorletzte Woche einen kleinen Tourenbericht beim SAC (Sekton Brugg) abgeliefert („La Forcora im Blauburgunderland“). Klick doch mal auf http://www.sac-brugg.ch – Tourenberichte im November 2011 und gib mir Feedback, ob es gut bei dir angekommen ist. Im übrigen würde ich gerne auch wissen, wie es bei euch mit dem geplanten Facebook-Basiskurs konkret weitergeht. Gruss aus Basel

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