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Velofahren ist schliesslich ein Gottesgeschenk

Der Velofahrer fährt in seiner freien Zeit Velo, beruflich arbeitet er bei der (katholischen) Kirche. In Deutschland verbindet die (reformierte) Kirche beides. Weil «Kirchen (…) für Radreisende in vielfältiger Weise eine wichtige Rolle» spielten, hat sie das Projekt www.radwegekirchen.de ins Leben gerufen – eine Website, auf der nach und nach Kirchen aus allen Bundesländern aufgeführt werden, die in unmittelbarer Nähe zu einem Radwanderweg liegen, frei zugänglich und als Radwegekirchen gekennzeichnet sind.

«Raststätten für die Seele»

Grund: Menschen seien «im Urlaub insgesamt besonders offen für geistliche Impulse. Reisen und Religion sind von alters her vertraute Geschwister», heisst es auf der Website. Das stimmt: Der Velofahrer selbst taucht auf Touren immer wieder gerne in die Stille eines Kirchenraums ein, um innezuhalten, um für sein Sein-Dürfen zu danken, um eine Kerze anzuzünden. Daraus ergibt sich auch immer mal wieder ein Gespräch. Auch das stimmt: «Durch die entschleunigte, naturnahe Fortbewegung wird eine andere innere Haltung vermittelt. Radreisende sind sensibilisiert für die Wahrnehmung besonderer Orte», wie die Projektleitenden weiter schreiben. «Kirchen sind Raststätten für die Seele.»

Eine gute Idee, die sich auch in der Schweiz umsetzen lassen müsste – zumindest den nationalen Routen von Veloland Schweiz entlang. Auf dem (Velo-)Weg Gott zu begegnen – oder wie auch immer mann/frau jene grosse Kraft nennt, die ihn/sie trägt: Was passte besser zum Bild des Unterwegs-seins durchs Leben?

Die Website radwegekirchen.de wird durch die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) betreut. Sie hat für Radwegekirchen einige Kriterien aufgestellt:

  1. Die Kirche liegt in unmittelbarer Nähe zu einem Radwanderweg.
  2. Die Kirche ist tagsüber von Ostern bis zum Reformationstag (Allerheiligen) frei zugänglich.
  3. Die Kirche ist als Radwegekirche durch Hinweisschilder auf dem Radweg und an der Kirche gekennzeichnet.
  4. Der Kirchenraum lädt zur Stille und Besinnung ein.

Förderliche Eigenschaften, die möglichst vorhanden sein sollen:

  1. Der Kirchenraum ist gastfreundlich gestaltet durch seine äußere Ordnung, die Auslage von geistlichen Texten, einen speziellen Gebetsort, Angebote von Andachten und die Gelegenheit zur Seelsorge
  2. Das Außengelände ist für Radler/innen gastfreundlich gestaltet durch Abstellmöglichkeiten für Fahrräder mit Gepäck, Orte für die Rast (Tische und Bänke), Zugang zu Trinkwasser und Toiletten

Sodann heisst es: Radler/innen freuen sich über Auskünfte und Informationen:

  1. zur nächsten Fahrradwerkstatt oder privaten Pannen-Helfern
  2. zu Übernachtungsmöglichkeit für Radwandernde (zum Beispiel Bed & Bike), zum Wegeverlauf und zu Sehenswürdigkeiten am Ort

Das Bild zu diesem Artikel zeigt das Signet, das Radwegekirchen einheitliche kennzeichnet.

Autor:

...geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

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