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Glaubenberg, Ächerli; högerliuf, högerliab

Die «grossen» Alpenpässe sind noch geschlossen, die kleinen aber, die Voralpenübergänge, laden schon zum Strampeln ein. Sie machen in der Regel die fehlenden Höhenmeter durch ein Vielfaches an Ruhe und Beschaulichkeit wett. Wobei: An Höhenmetern mangelt es dem Glaubenberg und dem Ächerlipass, welche der Velofahrer gestern Freitag in Angriff genommen und erklommen hat, beileibe nicht. Von Entlebuch auf den Glaubenberg sinds fast 1000 Meter Höhenunterschied, weil es zwischendurch gemeinerweise wieder bergab geht, und von Sarnen auf den Ächerli, den geschichtsträchtigen Übergang vom Ob- ins Nidwaldnische, sind es ebensoviele. Dafür lässt es sich an diesem Tag gemütlich vom Regen an die Sonne pedalen. Der Verkehr hält sich sehr in Grenzen, die Strasse ist ohnehin schmal, keine Handvoll Autos überholt mich bergan. Dafür beübt die Schweizer Armee auf dem Glaubenberg mal wieder sich selbst und den bösen Feind, die Soldaten rennen just dann an und gehen wacker zur Sache, als unsereins auf dem Gipfel anrollt. Das Spektakel ist angenehme Unterhaltung während des Znünihalts, und der freundliche Wachmann versieht mich mit Gehörschutzpropfen, welche er mir zulasten des Armeebudgets umsonst abgibt. Schönen Dank nochmals!

Ich muss schliesslich niemandem etwas vormachen

Runter dann rollen und immer rollen lassen, ein herrlicher Blick auf das Obwaldnerland und den Sarnersee, aber auch mitten in den Verkehr, der erst nach Kerns nachlässt, als die Strasse wieder so schmal wird, dass kaum zwei Autos kreuzen können. Für einen vierachsigen Viehtransporter, wie mich einer im Wald überholt, langts aber allemal… Nun, der Ächerli hats in sich, und wer an einem Frühlingstag wie diesem, erst mässig in Form, gleich zwei Pässe in Angriff nimmt, muss leiden, ich wenigstens, und versuchen, der Versuchung zum Absteigen und Stossen zu widerstehen. Dieselbe ist heute freilich grösser als meine Willenskraft, sodass ich nach geschätzten 1600 Höhenmeter aus dem Sattel steige, mir einrede, ich müsse schliesslich keinem und keiner etwas vormachen, stosse und stosse und dafür umso mehr Zeit habe, den Blick aufs Stanserhorn und bis nach Luzern zu geniessen.

Umso flinker gehts ennet der Passhöhe bergab, die Strasse ist hier wirklich eng und der Velofahrer tut gut daran, vor jeder Kurve Bremsbereitschaft zu erstellen, man weiss nie, ob einem ein Subaru entgegenkommt. Die Talstation heisst dann Dallenwil, auf Nebenwegen gehts hier weiter bis Stans und Stansstad. Nach einem Abstecher an die Nidwaldner Gewerbeausstellung in Buochs (der Besuch war versprochen) lasse ich es in Stansstad, nach rund 65 Kilometern und 2000 Höhenmetern, gut sein und nehme das Kursschiff nach Luzern. Ein herrlicher Abschluss!

Fazit: Schön wars wieder mal. Und die landschaftliche wie verkehrstechnische Vielfalt, wie sie die (Inner-)Schweiz bietet, muss man weitherum suchen. Das erfüllt mich mit Dankbarkeit.

Hier gehts zum Fotoalbum dieser Tour.

[blue_button href=“http://server7.hostpoint.ch/~velofahr/velofahrer.ch/wp-content/uploads/2012/05/120518_glaubenberg_aecherlipass.pdf“]Hier kannst Du die Karte im PDF-Format herunterladen.[/blue_button]

 

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Blick aufs Obwaldnerland während der Abfahrt vom Glaubenberg nach Sarnen.

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Heimwärts auf dem Schiff - auch nicht übel.

 

Autor:

…geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

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