Suche
Suche Menü

Gute Erfahrungen mit der Canon Powershot G1X

Der Velofahrer ist kein Profifotograf. Er pröbelt zwar gerne mit Blendenwerten und Verschlusszeiten rum; er weiss einen Aufhellblitz bei Gegenlicht zu schätzen und beschwert auch gerne sein Reisegepäck mit einem kleinen Stativ. Zupass kommen ihm zudem die Erfahrungen, die er in seinen Jahren als (auch) fotografierender Journalist mit unterschiedlichsten Lichtverhältnissen gemacht hat.

Die damals schon geschätzte Benutzerfreundlichkeit von Canon-Kameras (es fing mit der ersten digitalen Spiegelreflex, der D30, an, die um 2001 noch ein halbes Vermögen kostete) legte es nahe, für die Dänemark-Velotour vergangenen Juli Canon (Schweiz) AG um das neuste Powershot-Modell anzugehen, die G1X. Deren zwei hochgeschätzte Pluspunkte: Der praktisch rundum schwenkbare Bildschirm (den Canon sozusagen erfunden und in der Powershot-Reihe nur zwischenzeitlich eingestellt hat) sowie – und dies ist das eigentlich herausragende Merkmal – der  19 x 14 Millimeter messende 14-Megapixel-CMOS-Sensor, der damit beinahe an das Mass der Sensoren in den Canon-Spiegelreflexkameras reicht. In Sachen Bildqualität hält die G1X damit mit vielen Systemkameras mit. Die 14-Megapixel-Fotos im 4:3-Format sind messerscharf und detailreich. Die Farbdarstellung ist wirklichkeitsgetreu.

Keine Abstriche in der Bildqualität

Die neuste Powershot ist mit gut einem Pfund freilich kein Leichtgewicht; sie fühlt sich wuchtig an, aber ebenso robust – der ideale Kompromiss also für Menschen, die keine mordsschwere und empfindliche Spiegelreflex-Ausrüstung mitschleppen, deswegen hinsichtlich Bildqualität keine Abstriche machen wollen. Gewiss: Ist der schnelle Schnappschuss gefragt, hat man mit dieser Kamera zumeist das Nachsehen. Aber damit lässt sich leben, zumal der Serienbildermodus in voller Auflösung bis zu 4,5 Aufnahmen pro Sekunde schafft.

Ich mag eine Kamera, die ich unterwegs stets um die eine Schulter gehängt haben kann und so eigentlich auch während des Fahrens bedienen kann. Das geht mit der G1X bestens, zumal die wichtigsten Menüs über praktische Rädchen und einige Knöpfe zu bedienen sind. Dazu braucht es keine zwei Hände. Müsste ich den Fotoapparat hingegen erst aus irgendeiner Tasche kramen, hätte ich (auch) auf dieser Tour nur halb so oft abgedrückt. Kommt hinzu, dass die G1X es aushält, hier und da anzustossen. Die Linse wird beim Einfahren nicht von einem empfindlichen Scherenverschluss abgedeckt, sonder muss wie bei einer Spiegelreflex mit einem Deckel versehen werden. (Kleiner Nachteil: Das Ding hängt an einem Schnürchen und gerät, wenn man nahe am Boden fotografiert, in Staub und Dreck. Oder aber, was dem Velofahrer einmal passiert ist, in den Sand. Sowas kann nicht wieder gutzumachende Folgen haben.)

Die hohe Lichtempfindlichkeit (maximal bis ISO 12’800) zeichnet die G1X ebenfalls aus. Während bei meiner «alten» G9 (Jahrgang 2008) die Bilder schon bei ISO 800 unübersehbar zu rauschen beginnen, lässt das G1X ISO 1600 und mehr locker zu. Ein Grund mehr, keinen externen Blitz mitzuschleppen.

Die zahlreichen Szene-Menüs und weitere Spezialmodi mögen für den ambitionieren Fotografen und/oder Photoshop-Crack Spielereien sein. Halb-Amateure wie der Velofahrer schätzen hingegen beispielsweise den eingebauten HDR-Modus (High Dynamic Range). In diesem nimmt die Kamera das Motiv mit mehreren Belichtungseinstellungen auf und kombiniert diese anschliessend für hohe Detailgenauigkeit in den dunklen und hellen Bereichen. Werden bewegte Motive im HDR-Modus aufgenommen, ergeben sich originelle Resultate, was die Beispiele der Velofahrer in Kopenhagen zeigen (Link auf die Bildergalerie unten). Voraussetzung für gelungene HDR-Bilder ist ein Stativ oder das Abstützen der Kamera.

Untauglicher Makromodus

Die Menüführung ist Canon-typisch eigentlich selbsterklärend, die einzelnen Funktionen werden auch mit kurzen Bildschirmtexten erklärt. In das Studium des (online verfügbaren) Handbuchs investierte ich nicht mehr als ein Stündchen – freilich nur dank einiger Erfahrung im Fotografieren, im besonderen mit Canon-Kameras.

Einziger Makel der Canon Powershot G1X ist der untaugliche Makromodus. Kann ich mit meiner G9 bis wenige Zentimeter an ein Motiv herangehen, sind die zwei Handbreit Minimalabstand, die Canon fr die G1X angibt, in der Praxis kaum einzuhalten. Das Ding kann und kann auf nahe Motive nicht scharf stellen – ein bedauerlicher Mangel für Fotografinnen und Fotografen, die auch ein Auge fürs Detail haben.

Der Akku reicht für 200 bis 250 Bilder. Das ist keine herausragende Leistung, genügt aber für einen Durchschnittsfotografen für mich, der zudem in zivilisierten Gegenden unterwegs ist. Wir nahmen einen Zweitakku mit; es gibt auch auf Campingplätzen allemal eine Möglichkeit, nachzuladen.

Unverbindliche Preisempfehlung der Canon (Schweiz) AG: CHF 898.00. Im Handel bereits ab rund CHF 650.00 erhältlich.

Galerie der mit der Canon Powershot G1X geschossenen Bilder

Das fast rundum schwenkbare Display ist seit jeher ein grosses, praktisches Plus der Canon-Kompaktkameras.

Autor:

...geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.