Suche
Suche Menü

Gemeinsam macht das Velofahren noch mehr Freude

130504_velowallfahrt_artikelbildDer Velofahrer ist gerne allein unterwegs. Er sattelt sein Fahrgestell vor der Haustür oder packt dieses in den Zug, fährt von irgendwo nach weissichwohin und hat seine Freude daran. Eigensinnig, nicht fremdbestimmt. Von Berufes wegen war er, ich also, gestern indessen gemeinschaftlich unterwegs. Die 1. Luzerner Velowallfahrt nach Einsiedeln war meine Idee, die lange gegärt hatte und dieses Jahr endlich umgesetzt werden konnte. Zu Fuss sind die Pilgersleute schon lange ins Klosterdrorf unterwegs – die Velovariante gabs bis dato aber noch nicht und sollte eine neue Klientel ansprechen.

Tat sie auch. Um halb neun gestern Samstag trafen sich um die Velocipedisten in Luzern am Quai; die jüngste 13, der älteste gut 70. Mit guten Worten und Gottes Segen machte sich die Gruppe auf dem Weg; dem Vierwaldstättersee entlang bis Brunnen, über die Ibergeregg (1406 m.ü.M.) an den Sihlsee nach Einsiedeln. Das waren um die 75 Kilometer und gut 1400 Höhenmeter. Mit dabei waren zwei Radlerinnen auf Elektrovelos. Die eine war lange Jahre passionierte Fernwandererin auf Europas Pilgerwegen. Seit eine Krankheit sie daran hindert, die Wanderschuhe zu schnüren, setzt sie sich aufs Velo. Der «Flyer» emöglicht es hier, mitzuhalten, auch ohne die lädierte Hüfte über Gebühr zu belasten. Die Velowallfahrt war für sie eine tolle Möglichkeit, an einem Gemeinschaftserlebnis teilzuhaben.

Thomas, Alessia und Petra beim Weiler Periden im Anstieg zur Ibergeregg.

Thomas, Alessia und Petra beim Weiler Periden im Anstieg zur Ibergeregg.

Das «Pièce de résistance»

Unterwegs wurde nicht etwa der Rosenkranz gebetet . Jedenfalls nicht laut. Die Pedalierei liess vielmehr viel Zeit zum Plaudern, auszutauschen und diesem und jenem auf den Grund zu gehen. Das war der Sinn der Sache. Zwischendurch waren drei spirituelle Impulshalte Gelegenheiten, innezuhalten.  Leichter Regen setzte erst im Anstieg zur Ibergeregg ein, dem steilen «Pièce de résistance» des Tages. Mit mehr oder weniger Schieben schaffte dieses schliesslich jede und jeder – eine grossartige Er-Fahrung für manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die noch nie eine solche Höhendifferenz am Stück geschafft hatten. Das setzt Energie frei und hebt den Adrenalinspiegel!

In Einsiedeln wurde die Gruppe vom sportbegeisterten Abt Martin Werlen vor dem Kloster begrüsst – der wunderbare Abschluss eines an Er-Fahrungen reichen Tages.

Die Velowallfahrt findet voraussichtlich auch 2014 statt, wiederum eingebettet in die Luzerner Landeswallfahrt nach Einsiedeln, die jeweils am ersten Mai-Wochenende auf dem Programm steht.

Hier gehts zum Fotoalbum der Velowallfahrt 2013

 

Autor:

...geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.