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Mein Velo ist Langsamverkehr. Das Rindvieh ist es auch

Innehalten, weil erst der Bauer sein Vieh auf die Weide treiben will und dazu den Weg kurzzeitig absperren muss: Fotografiert am Pfingstsamstag beim Gfellergut in Zürich-Stettbach.

Innehalten, weil erst der Bauer sein Vieh auf die Weide treiben will und dazu den Weg kurzzeitig absperren muss: Fotografiert am Pfingstsamstag beim Gfellergut in Zürich-Stettbach.

Früher spannte der Bauer eine Schnur und hielt damit den Verkehr auf, wollte er sein Rindvieh ennet der Strasse grasen lassen. Heute muss er eine Unterführung unter dieselbe bauen, denn auf der Strasse, an der doch seit Zeiten sein Hof liegt, eilen es den Motorisierten zu sehr, als dass sie es ertrügen, von ein paar Vierbeinern aufgehalten zu werden. Derder Velofahrer aber nimmt sich Zeit, um den gemütlich trottenden Herdentieren den Vorrang zu lassen, denn hinsichtlich der Geschwindigkeit, mit der das Rindvieh sich durchs Leben bewegt, fühlt er sich demselben wesensverwandt. Eine Handvoll Kühe, die der Velofahrenden Weg kreuzt, bringt unsereins für eine kurze Weile zusammen, gibt Anlass für eine kleine Plauderei – bevor die Bäuerin die Schnur wieder aushängt und allsogleich und hopp und weg, fortpedaliert wird.

Dies nennt sich Mobilität. Mass haltendes Vorankommen.

Autor:

…geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

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