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Der Strassensheriff, der Velofahrern durch die Stadt hilft

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Zugeparkte Velowege in Berlin – ein Dauerärgernis. (Bilder: strassensheriff.de)

Der Strassensheriff ist ein Projekt aus Berlin, das sich gegen das Problem zugeparkter Velowege richtet. Mit Hilfe einer App und dem Web sollen gedankenlose Autofahrer dafür sensibilisiert werden. «Denn Gedankenlosigkeit, zugeparkte Wege und autogerechte Städte nerven und sind eine Gefahr für Kinder und Menschen mit Rad, Rolli oder Kinderwagen. Und genau das wollen wir ändern», sagt Heinrich Strössenreuther, der das Projekt vorantreibt. Von ihm stammt der nachfolgende Gastbeitrag; die Zwischentitel hat der Velofahrer gesetzt. Danke nach Berlin und viel Erfolg, Heinrich!

Das Dauerärgernis

Schöne Urlaubsgrüsse aus Kopenhagen und Amsterdam! Was ist das toll hier! Dahin rollen, Radeln, urban sein und frei… Herrlich, das wollen wir zu Hause auch haben: dass die Autos nicht die Städte beherrschen, dass Fuss und Rad Vorrang und genügend Flächen haben.

Aber dann ist man wieder zu Hause, in diesem Fall im Schweizer Nachbarland Deutschland. Zugeparkte Rad- und Gehwege sind ein Dauerärgernis. Die Polizei und das Ordnungsamt schauen oft zu, und wenn sie dann mal intensiver kontrollieren, sind es 330’000 Falschparker in nur sieben Monaten, also mehr als 1500 zugeparkte Radwege in Berlin am Tag, die Dunkelziffer nicht mitgerechnet.

Nun ist das für Männer und Frauen im besten Alter kein Problem. Kinder kann man jedoch hier nicht alleine fahren lassen. Sich bei voller Fahrt umzuschauen, das Hindernis auf dem auf die Strasse gemalten Radschutzstreifen zu umzirkeln und dabei noch auf den Gegenverkehr zu achten, ist zu viel für Kinder. Die Folge: Radverkehr ist keine Alternative, die Mütter und Väter chauffieren ihre Kinder weiter mit dem Auto durch die Gegend: Mutterns nachmittägliche Zwangsmobilität nennt man das.

Und auch die Zahlen haben es dann in sich. Nur noch jedes vierte Grundschulkind in Deutschland kommt alleine zur Schule. Jeder dritte Verkehrstote in der Stadt war Radler. Und alle zwei Stunden passiert ein Radunfall. Mehr, bessere und verführerische Radinfrastrukturen müssen her. Und sie sollte nicht mit kilometerlangen, kostenlosen Parkhäusern verwechselt werden.

Deshalb gibt es bald in Deutschland die Strassensheriff-App. Sie soll mithelfen, bei Autofahrern ein Umdenken einsetzen zu lassen. Dass nicht aus Gedankenlosigkeit oder Bequemlichkeit auf dem Rad- oder Gehweg geparkt wird. Die App soll da weiter helfen, wo das Gespräch und mahnende Aufkleber nicht mehr weiterkommen.

Mehr Velowege, weniger Autos

Die App kann eingesetzt werden, um die Ort zu markieren, wo immer wieder Rad- und Gehwege zugestellt werden. Sie hilft, wenn man sich über einen Falschparker ärgert: Schicke ihm dann eine Nachricht, setzte ihn auf die Watchlist oder zeig ihn notfalls auch an. Du kannst die App aber auch nutzen, um einen Autobesitzer drauf hinzuweisen, dass sein Dach offen ist, obwohl es nach Regen aussieht, oder dass das Licht noch brennt. Denn es geht ja um ein gutes Miteinander. Nähere Infos dazu gibt es unter www.strassensheriff.de und auf www.facebook.com/strassensheriff.

Unsere App macht Städte besser. Weil alle mitdenken. Weil alle Rücksicht nehmen.

Wir wollen mehr und grosszügigere Rad- und Gehwege und weniger Raum für Autos. Deshalb stärken wir Politik, Polizei und Kommunen den Rücken, mutiger für mehr Lebensqualität, Sicherheit und für mehr Klimaschutz zu handeln. Sie hilft nicht nur beim Parken auf dem Radweg. Auch die Mobilitätseinschränkungen für Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwägen sind im Visier: Zugeparkte Gehweg-Ecken oder Bordsteinabsenkungen verhindern das Überqueren und Parken auf ausgewiesenen Parkplätzen für Behinderte geht gar nicht.

Am 18. September 2013 startete die Crowdfunding-Kampagne unter www.startnext.de/die-strassensheriff-app. Ein kleiner Video (da seht ihr auch mich als Initiator radeln) erklärt das gesamte Vorhaben. Kommen die Zielsumme von 59.000 Euro bis zum 11. November 2013 zusammen, wird die App entwickelt inkl. der juristischen und prozessualen Prüfungen.

Schweizer Unterstützung erwünscht

Und jetzt zum Grusaus dem Nachbarland: Ich würde mich freuen über ein paar neue Fans, die unser Projekt über Facebook und Co aufmerksam verfolgen. Noch mehr natürlich über Fans auf startnext. Und großartig wäre, auch finanzielle Unterstützung aus der Schweiz fürs Nachbarland zu bekommen.

Ob der Ansatz kulturell und gesetzlich auf die Schweiz übertragbar ist – ich weiss es nicht. Ob das Problem besteht, ob die Polizei hinschaut, ob es schon ein friedliches Miteinander in unserem Nachbarland gibt. Ich freue mich auf Kommentare und bin um den 7.10. 13 in Zürich, wer nen Kaffee mit mir trinken will.

Heinrich Strößenreuther, Initiator der Strassensheriff-App, Berlin/Germany

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Die geplante Smartphone-App.

 

 

 

 

 

Autor:

...geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

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