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An Weihnachten fährt der Velofahrer auch nach Afrika

131201_velos-fuer-afrika_logoVelofahrer sind auch als Schenker pedalgetrieben. In dieser Hinsicht und an dieser Stelle ein Geschenktipp, der mehrfach Freude macht: Ein paar Franken für die Aktion «Velos für Afrika». Seit 1993 sammelt, verarbeitet und exportiert «Velos für Afrika» ausgediente Fahrräder. Über 100’000 Velos wurden bereits von der Schweiz nach Afrika verschifft. Das Programm stiftet mehrfach Nutzen: Das Velorecycling in der Schweiz ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern fördert auch die soziale und berufliche Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen. In Afrika sichern die Velos schliesslich CO2-freie Mobilität und Einkommen.

Genau. Zurzeit werben die Velos-für-Afrika-Schweizer mit dem Spruch «Ich schenke dir ein Glied einer Kette». Auf einer A5-grossen Postkarte zeichnen sie den Schriftzug «Velos für Afrika» mit einer Velokette nach, darunter kann der Spender, die Spenderin den Namen seiner/seines Liebsten eintragen, für den/die er/sie die Einzahlung getätigt hat. Eine sinnvolle Sache, die man natürlich auch sich selber schenken kann. Schon für 50 Franken ist die Kette um ein Glied reicher bzw. gelangt ein Velo von hier in den Süden. Es darf selbstverständlich auch weniger sein. Auch Kleinvieh macht Mist.

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Was hier weggestellt wird, weil es nicht mehr dem Stand der Technik entspricht, dient in südlichen Ländern (mit geringeren Ansprüchen…) noch lange, um sinnvoll voranzukommen. (Bild: Velos für Afrika)

 

Autor:

…geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Dominik,

    kennst Du die Reportage „die Altkleider-Lüge“?
    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die_reportage/hintergrund/altkleider101.html

    Ich vermisse in Deinem Blogbeitrag die kritische Auseinandersetzung was diese Bikes für den lokalen Markt in Afrika bedeuten. Siehst Du hier keine Parallelen?
    Sind die Profiteure der Spende nicht eher die Verkäufer in der Kette?

    Und: sind unsere alten Bikes überhaupt supportbar in Afrika? (Ersatzteilversorgung)

    Wie siehst Du das z.B. im Vergleich die Aktionen von Hans „noWay“ Ray mit seinem Projekt „Wheels4Life“?
    Argumente von Hans Ray:
    – einfacher und billiger die Räder im Land zu kaufen, wo sie benutzt werden sollen, dadurch Unterstützung der lokalen Wirtschaft
    – keine Versandkosten, Einfuhrzölle und Steuern
    – Bau eines Rades für die dritte Welt, angepasst an die geänderten Parameter ( Diese Räder sind robust gebaut, mit Teilen, die leicht zu ersetzen und Schäden billig zu beheben sind)

    Wheels4Life ist nur ein Beispiel….
    Einfach so, unreflektiert wie Werbung ins Netz gestellt – da finde ich, ist Dein Blog zu schade für..
    Grüße Ede

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    • Hallo Ede, danke für deine Bemerkungen. Ich gehe deinen Hinweisen gerne nach und lege deine Zeilen fürs erste den Leuten von «Velos für Afrika» vor.

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      • Hallo Ede, vielen Dank für deine kritischen Anmerkungen zu «Velos für Afrika». Gerne möchten wir, das Team von «Velo für Afrika», auf deine Fragen eingehen:

        Du fragst, was das für den lokalen Markt bedeutet.
        Wir verstehen unsere Arbeit als Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit unseren Partnern in Afrika. Dazu gehört, dass wir die Velos nicht verschenken, sondern zu einem Unkostenbeitrag an unsere lokalen Partner verkaufen. Aus gutem Grund: Wir wollen eine nachhaltige soziale und ökologische aber auch eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Würden die Velos verschenkt, entstünde eine unerwünschte Abhängigkeit und ein allfällig bestehendes lokales Velogewerbe würde zusammenbrechen. Das sehen wir also genauso wie du.

        Noch was zum Thema Konkurrenz: Afrika ist ein ungesättigter Markt. Es besteht ein grosser Bedarf an Velos. Dank unserem Projekt kann ein Teil des Bedarfs gedeckt werden und es entstehen kleine Velowerkstätten vor Ort. Bei der Auswahl von neuen Partnern prüfen wir sorgfältig, dass keine allenfalls bereits bestehenden Velohändler konkurrenziert werden. Ausserdem arbeiten wir mit wenigen ausgewählten und langjährigen Partnern zusammen. Wir sind regelmässig mit ihnen in Kontakt und und besuchen sie vor Ort, um uns zu vergewissern, dass unsere Qualitätskriterien eingehalten werden.

        Was die Herstellung vor Ort angeht: Es gibt keine eigene Veloindustrie in Afrika. Die importierten Velos – meist aus China und Indien – sind von schlechter Qualität. Die Schweizer Qualitätsvelos sind dagegen äusserst beliebt, da robust. Also durchaus für die hiesigen Verhältnisse geeignet. Ersatzteile können unsere Süd-Partner bei uns bestellen. Wie bereits erwähnt, legen wir grossen Wert darauf, Gewerbe im Velogewerbe vor Ort zu schaffen. Dazu gehört auch, dass wir Velomechaniker ausbilden.

        So, nun hoffen wir, dass wir deine Vorbehalte entkräften konnten. Falls du noch Fragen hast, lass es uns wissen.

        Dein «Velos für Afrika» Team

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  2. Dominik, den Beitrag hast Du jetzt grad einen Tag zu früh geschaltet… 😉 Aber steter Tropfen höhlt den Stein, nicht wahr!

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