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Vorfreude oder: Wie der Velofahrer seine Tour plant

Auf zwei Rädern hat alles Platz, was es für Wochen unterwegs braucht.

Frühling wirds (heuer schon im Februar), die Tage werden wieder länger, zur Arbeit wird wieder das Stahlrösslein gesattelt und, am allerschönsten, die Sommertour wird im Geiste ein erstes Mal abgefahren. Die Tickets des Nachtzugs werden schon mal geordert (mit Frühbucherrabatt) und die Bananenschachteln im Keller mit all dem Ferienzeugs auf Vollständigkeit geprüft.

Mit keinem Verkehrsmittel ist man so mobil wie mit dem Velo. Zwar benötigt man für manche Strecke eine längere Zeit als etwa mit dem Auto, dennoch stehen einem mehr Wege zur Verfügung und man ist auf nichts weiter angewiesen als die eigene Körperkraft und ein Paar aufgepumpter Reifen. Besonders in den warmen Monaten ist es eine wunderbare Abwechslung, sich einmal pedalend in den Ferien zu bewegen, anstatt sich in ein Auto oder Flugzeug zu setzen. Mehrtätige Velotouren sind eine buchstäblich spannende Er-Fahrung. Vor allem und auch für Kinder. Des Velofahrers zwei Töchter und der Sohn erzählen immer mal wieder davon und sind, wenn sich die Gelegenheit gibt, heute noch dabei.

Dabei gilt: Ein solches Unterfangen will gut vorbereitet werden, damit die Vorfreude sich mit dem Start eins zu eins in erlebte Wirklichkeit umsetzen lässt. Die passende Ausrüstung beugt Unannehmlichkeiten vor.

Die wichtigsten Punkte
Um die Ferien mit dem Velo so gut wie möglich zu gestalten, gibt es jetzt hier die Checkliste, mit deren Hilfe nichts mehr schief gehen kann.

  • Routenwahl und Etappenplanung
    Vor Reiseantritt muss die Route natürlich geplant werden. Dafür muss sich der Velofahrer bewusst sein, wie lange er unterwegs sein möchte, wie lange die jeweiligen Tagesetappen dauern sollen, ob und wenn ja, welche Sehenswürdigkeiten auf der Tour enthalten sein sollen und vor allem, welche Art von Unterkunft gewählt werden soll. Besonders viel Freiheit hat man natürlich, wenn man sich nicht auf Hotels
    verlässt, sondern mit dem Zelt unterwegs ist. Damit lässt sich die Tour a) noch individueller gestalten, ist b), Stichwort Kinder, das Abenteuer am grössten und bleibt, c), mehr Budget übrig.  Schliesslich: Wer früh aufbricht, hat Zeit für Routenvarianten und Pausen.
  • Ausstattung
    Gerade wenn der Velofahrer, die Velofahrerin, sich für eine flexible Tour mit Zelt entschieden hat, ist eine hochwertige und vor allem vollständige Ausstattung von Nöten. Die Packtaschen des Velos, der Rucksack des Fahrers und ebenso die Bekleidung müssen unbedingt wetterbeständig sein. Auf je zwei separat einzuhängende Packtaschen hinten und vorne am Velo sowie eine kleine Lenkertasche mit Kartenfach lässt sich das Gepäck am besten verteilen. Wichtig ist auch, dass das Zelt leicht ist und möglichst unkompliziert im Aufbau und dass es sowie die dazugehörige Ausstattung in einwandfreiem Zustand sind. Bei Campz findet man diesbezüglich eine große Auswahl und wird schnell fündig. Nicht fehlen dürfen neben dem Zelt ein Schlafsack und eine Isomatte. Ausreichend Kleidung ist zwar vonnöten, aber auch nicht mehr. Auf Zeltplätzen gibts Waschgelegenheiten, und Funktionswäsche trocknet über Nacht. Es lohnt sich nicht, hier zu sparen. Die höheren Kosten für die bessere Qualität lassen sich auf mehrere Jahre verteilen.
    Für die Orientierung eignen sich Radtourkarten oder Navigationsgeräte, außerdem darf bei keiner Velotour die Reiseapotheke fehlen. Zu einer Grundausstattung gehören ein Erste-Hilfe-Set, Verbandszeug, Insektenschutzmittel, ein Fieberthermometer, Desinfektionsmittel sowie die nötigsten Medikamente gegen Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und Erkältung.
  • Ausstattung des Velos
    Die Wahl des Velos richtet sich nach der Tour. Grundsätzlich gilt: Mit Warenhausqualität macht die Reise keinen Spass. Oder immerhin nicht lange. Auf dem Flussradweg ohne nennenswerte Steigungen ist allerdings auch kein 3000-Franken-Tourer vonnöten. Wer’s nicht selber ausrichten kann, lässt sein Zweirad vor Reisebeginn vom Fachmann checken. Für ein gutes Schloss besorgt zu sein,  Flickzeug, Ersatzschlauch und Pumpe sowie dabei zu haben ist selbstverständlich. Das eine und andere Schräubchen (zum Beispiel für die Gepäckträgerbefestigung) oder einen Schaltzug dabei zu haben, kann ferner nicht. Ein nicht mehr geheimer Tipp sind schliesslich Kabelbinder. Damit lässt sich so manches Malheur wenigstens provisorisch beheben.

Für mehr Information lohnt es sich, den ADFC zur Rate zu ziehen. Bei sorgfältiger Planung und gutem Wetter sollte einer spannenden Velo-Tour somit nicht mehr im Wege stehen. (Wobei zum Stichwort Wetter noch dies zu sagen ist: Der grosse Regen und der aus diesem Grund beschlossene Wechsel vom Zeltplatz ins Hotel bleibt als Erinnerung definitiv länger haften als eine Woche Sonnenschein.)

Zwei Packtaschen vorn und  zwei hinten sorgen für die bestmögliche Gewichtsverteilung.

Zwei Packtaschen vorn und zwei hinten sorgen für die bestmögliche Gewichtsverteilung.

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Auf Tour in Dänemark: Die pure Freude!

Autor:

...geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

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