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Velofahren macht weltoffen

Jeffrey Holzer, ein Velofahrer aus Österreich, Leidenschaft und Überzeugung, pedalt nächstens wieder auf grosse Reise. Über das Ranking der «Top 50 German Bike Blogs 2013» auf fahrradjournal.de ist er auf meinen Blog gestossen und bat mich, hier einen Gastbeitrag veröffentlichen zu dürfen. Selbstverständlich gerne, Jeffrey, Du hast das Wort (bzw. die Schreibe)!

«Es wird wieder Zeit, die Ferne ruft und ich bereite mich auf meine nächste größere Fahrradtour vor. Wer jetzt denkt, man holt nun einfach das Velo vom Dachboden oder aus der Garage, hat zwar schon den ersten Schritt erkannt, aber es liegen noch viele vor mir. Das Ziel diesmal ist Gibraltar, rund 3000 Kilometer sind es, die ich bis dahin bewältigen muss. Nicht zu viel und auch nicht zu wenig. Die meisten neuen Ideen für neue Abenteuer kommen mir bereits, wenn ich gerade auf einer Reise bin oder die Neueste plane. Als hätte ich den Kopf nicht schon voll genug mit Arbeit an dem derzeitigen Projekt. Auch die aktuelle Tour spukte bereits vor zwei Jahren in meinem Hinterstübchen herum, als ich gerade noch in Japan mit dem Velo unterwegs war.

Ihr seht, etwas in die Tat umzusetzen kann schon einmal etwas Zeit in Anspruch nehmen. Routen wollen geplant werden, Schlafmöglichkeiten werden gesucht, das Equipment muss überprüft und erneuert werden und man informiert seine Freunde, Bekannte und Gleichgesinnte von dem kommenden Ereignis. Auch die eine oder andere Webseite will besucht werden, um die Welt von seinem Vorhaben zu unterrichten. Auch das ist ein Teil des Ganzen für mich.

25 Tage vorgesehen

Auf der Tour trifft man dann immer wieder neue Leute und einige werden sogar zu Freunden. Wenn man ihnen nun Geschichten von seinen Reisen und dem, was noch vor einem liegt erzählt, können es die meisten gar nicht glauben und sind erstaunt oder sie nicken bewundernd und gratulieren einem zu seiner Leistung.

Die Reise wird mich durch fünf Länder führen. Gestartet wird in Flachau/Österreich (Bundesland Salzburg), meiner Wahlheimat und schon die erste Etappe hält zwei hohe Pässe und 150 Kilometer für mich bereit. Ende April werden der Schnee und die Kälte kein Problem mehr darstellen. Danach geht es quer durch Italien, nach Udine, Venedig und Genua, Richtung Südfrankreich und dann der spanischen Küste folgend, bis ich Gibraltar nach den von mir für die Reise vorgesehen 25 Tagen erreichen werde. Zum Glück ist mein Rückflug fünf Tage nach meiner geplanten Ankunft angesetzt, falls es einmal wirklich nicht mehr geht und ich eine kurze Pause brauche.

Wenn ihr euch fragt, was macht man so den ganzen Tag allein unterwegs, keiner zum reden da und nichts als die Strasse vor einem… Nun, genau das ist einer der Gründe, wir leben meiner Ansicht nach viel zu schnell, man rast an allem nur noch vorbei. Durchs Radfahren kann man einen Gang zurückschalten, Luft holen und die Gedanken baumeln lassen. Für mich ist es auch eine Möglichkeit abzuschalten, loszulassen und neue Kraft zu tanken. Radfahren kann einen näher an das Land, die Menschen und die Natur bringen. Man ist näher an Allem und doch weiter weg, als man denkt.

Radfahren macht weltoffen

Entlang des Weges sind aber schon einige Male Radler zu mir gestossen. Man fährt dann ein Stück nebeneinander und schon ist man nicht mehr allein unterwegs. Während der gemeinsamen Fahrt redet man dann über das Erlebte oder über seine Ausrüstung und Campinggewohnheiten. Ein Diskussionspunkt ist immer das Gepäck, darüber alleine wurden schon Bücher geschrieben. Ich führe selten mehr als zwei Backroller, eine Lenkertasche und einen Packsack mit, die nur mit dem Nötigsten gefüllt sind, mit. Man muss immer die Strecke, deren Länge und vor allem den Komfortgrad gegeneinander abwägen. Wenn es dann wieder Zeit wird, dass sich die Wege trennen, wünscht man dem Gegenüber noch eine gute Weiterfahrt und arbeitet sich seinem Tagesziel entgegen.

Zum Abschluss noch kurz etwas zu meiner Person. Mit Jahrgang 1976 bin ich in meinen besten Jahren und arbeite in einem Gastronomieunternehmen als Haustechniker und Gästebetreuer. Durch meine Reisen habe ich schon viel von der Welt gesehen und wurde so zu einem weltoffenen Menschen. Ich lese gerne und bei der Gartenarbeit fühle ich mich recht wohl.»

Gute Fahrt, Jeffrey, und immer genug Luft in den Pneus! Wer mt ihm verbunden bleiben will, findet ihn hier auf Facebook.

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Jeffrey Holzer während seiner Tour durch Japan.

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Jeffreys Ausrüstung. Viel braucht der Velofahrer nicht, um unterwegs und glücklich zu sein.

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Autor:

...geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

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