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Dauerregen? Null Grad? Ideales Velowallfahrtswetter

Wenn die Wolken auf Sattelhöhe kleben und der Regen wie ein Vorhang fällt, dreht sich der gemeine Alltagsfahrer nochmals im Bett und verschiebt die geplante Ausfahrt auf bessere Zeiten. Nicht so der Velowallfahrer. Wallfahrten, mit welchem Fortbewegungsmittel auch immer sie unternommen werden, finden bei jedem Wetter statt. So stand es auch in der Einladung zur  2. Velowallfahrt von Luzern nach Einsiedeln am 3. Mai, die ich mitorganisiert habe. Sich miteinander auf den Weg machen hiess in diesem Fall: seine Gedanken auf die innere Sonne auszurichtne,  das innere Schweinehundchen Gassi zu führen und dem Gruppendruck artig nachzugeben. Die Mischung von alledem liess dann die 17 Unentwegten, die sich um acht beim Pavillon am Nationalquai einfanden, einen tollen Tag erleben. Wer sich von Fuss bis Kopf warm und wasserdicht einpackt, vermag stundenlang dem Nass zu trotzen. Bleiben die Füsse trocken (Schuhüberzüge nicht vergessen!) und die Hände warm, wird Regen zur Begleiterscheinung.

Die Route führte, wie letztes Jahr schon, über Meggen nach Küssnacht, dem Vierwaldstättersee entlang nach Brunnen und von hier, im Zickzack, Richtung Nord und auf die Ibergereggstrasse, wo die Gruppe zerfiel, da bergan ein jeder und eine jede ihren Tramp suchte, um sich aber auf der Passhöhe auf rund 1400 Metern wieder zu vereinen, auch der Jüngste, ein Zweitsekler, schaffte die Höhe ohne Absteigen. Null Grad war es auf der Ibergeregg und der Nebel dick, auf der Abfahrt ins Ybrig war in den Kurven der Nässe wegen Vorsicht angezeigt. Die gelben Westen machten die Velowallfahrer zum sausenden Tatzelwurm. In Einsiedeln fuhren sie um 17 Uhr geschlossen auf dem Klosterplatz ein, wo kurz danach Abt Urban die Gruppe persönlich begrüsste. Welche Ehre und welch friedlicher Abschluss – dieser Tag war ein Erlebnis!

Die Velowallfahrt ist ein Teil der Luzerner Landeswallfahrt nach Einsiedeln, die jeweils am ersten Maiwochenende stattfindet. Nächstes Jahr, 2015,  schwingen wir uns am 2. Mai in den Sattel. Willkommen!

Ob mit dem Rennvelo oder Flyer, ob in Goretex oder mit dem Ölzeug: Dabei sein ist wichtiger als die Ausrüstung.

Ob mit dem Rennvelo oder Flyer, ob in Goretex oder mit dem Ölzeug: Dabei sein ist wichtiger als die Ausrüstung.

Perfide Steigungen - auch das gehört zur Velowallfahrt Luzern-Einsiedeln.

Perfide Steigungen – auch das gehört zur Velowallfahrt Luzern-Einsiedeln.

IM Nebel auf der Ibergeregg: Auch Cédric, der jüngste, hat es geschafft.

IM Nebel auf der Ibergeregg: Auch Cédric, der jüngste, hat es geschafft.

Abt Urban Federer, Vorsteher des Klosters Einsiedeln, bei der Begrüssung der Velowallfahrer auf dem Klosterplatz.

Abt Urban Federer, Vorsteher des Klosters Einsiedeln, bei der Begrüssung der Velowallfahrer auf dem Klosterplatz.

Autor:

…geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

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