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Das Velo fährt mal wieder mit leuchtenden Beispiel voran

Sie haben nicht nur der Welt dichtestes Netz an Velowegen, die Niederländer, sondern jetzt auch das schönsten Exemplar unter denselben. Genauer: das leuchtendste. In der Nähe von Eindhoven wurde am 12. November ein 600 Meter langer Veloweg eröffnet, in den tausende von Steinchen eingelassen sind, die mit fluoreszierender Farbe beschichtet sind. Diese laden sich bei Tag auf und schimmern bei Nacht – ungefähr acht Stunden lang.

Ihr Wirbelmuster erinnert an das Gemälde «Sternennacht» von Vincent van Gogh. «Der Effekt ist beinahe überirdisch», schreibt der «Spiegel». Der Leucht-Veloweg ist ein Beitrag zum Van-Gogh-Jubiläumsjahr: 2015 jährt sich der Todestag des holländischen Malers zum 125. Mal. Der nachtleuchtende Veloweg ist ein Teil der Van-Gogh-Radroute durch Brabant, die Herkunftsregion des Künstlers.

Auf dem Velo sozusagen durch ein Gemälde fahren? Die Idee dazu hatte der Designer Daan Roosegaarde, dem es fluoreszierende Materialien angetan haben. Er lässt auch Schnellstrassen des Nachts glitzern und lässt Bäumen schillernde Blätter wachsen. Laut «Spiegel» arbeitet Roosegaarde mit dem US-Unternehmen Bioglow zusammen, das Tabakpflanzen genetisch so verändert, dass ihre Blätter bei Dunkelheit leuchten. «Techno-Poetry» nennt der Designer seine Kunst. Eine schöngeistige Spinnerei ist diese durchaus nicht. Velowege, gerade an gefährlichen Stellen, solcherart zu markieren, könnte die Sichtbarkeit und Sicherheit markant erhöhen. Und Spass machen täte die Sache sowieso.

Der fluoreszierende Bodenbelag halte etwa gleich lang wie ein herkömmlicher, erklärte das Studio Roosegaarde auf Anfrage von velofahrer.ch – etwa zehn Jahre. Die Kosten betrugen gemäss einer Medienmitteilung 700’000 Euro, die Stadt Eindhoven stellte das Land dafür zur Verfügung. Die Hälfte der Kosten übernahm die Provinz Nord-Brabant, die insgesamt 19 Millionen in die Region investiert, die sie als grünes Herz aufwerten will.

Autor:

...geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

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