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Am Wochenende gehört der Pragel den Velofahrern

Im Leben gehts nicht immer aufwärts. Hier aber schon. «Warnschild» beim Beginn des Anstiegs im hinteren Muotathal.

An der Tour de France hatte das Peloton heute 180 Kilometer unter die Räder zu nehmen. Ich begnügte mich mit drei Mal weniger, dafür war meine Route ungleich gächer: 18 Prozent an der steilsten Stelle. Ssozusagen überhängend. Den Pragelpass hab‘ ich nach langen Jahren mal wieder genommen, von der Schwyzer Seite her, und was diesen Anstieg betrifft, plagiere ich gerne ein wenig mit der Beschreibung auf quaeldich.de: «Ambitionierte Radler nehmen den Anstieg von Hinterthal in Angriff. Die Steigung in der unteren Hälfte ist vergleichbar mit der des gefürchteten Mortirolos, denn kilometerlang sind
dauerhafte Steigungswerte im zweistelligen Prozentbereich mit vereinzelten Spitzen von 15 bis 18 % zu erklimmen. Keine Pausen, keine Flachstücke! Wer dieses ca. 6 km lange Monsterstück überwunden hat fährt die restlichen Kilometer bis zur Passhöhe fast spielerisch.»

Trifft voll und ganz zu, und Letzteres ist ohnehin bei jeder Passfahrt ein Erlebnis: Hat man eine steile Passage erst Mal geschafft, kommt einem die nächstfolgende, wiewohl immer noch im einstelligen Prozentbereich, wie Ferien vor.

Am Wochenende fast autofrei
Der Pragel ist vor allem am Wochenende zu empfehlen, denn dann darf er vom motorisierten Verkehr nicht durchgehend befahren werden. Auf der Westrampe hat mich so kein einziger Töff weggebraust. Die paar Puureporsches (Subaru Imprezas) auf solchen Strassen sind als Dienstverkehr zu ertragen und kamen mir nicht zu nahe. Auf der Glarner Seite wiederum, auf der Abfahrt, war das Tempo dem Verkehr anzupassen: dem Veloverkehr. Samstag ist Gümmeler-Tag auf der Ostrampe.
Meine Tour hatte früh begonnen (kurz vor acht in Schwyz) und endete früh – kurz vor eins auf dem Bahnhof Ziegelbrücke. Die Heimfahrt im Zug geriet zu einer Lektion in Lebensfreude: Vom Lager heimkehrende Pfadfinder sorgten für die sängerische Untermalung, von Velotouren wiederkehrende Familien im Zug für ein bisschen Enge und müde Kleinkinder für noch müdere Eltern.
Das wars. Ein Tag, ein Erlebnis. Es gibt (für mich) kaum einen besseren Ausstieg aus der Woche. Zwischenstieg nach dem Freitag und vor dem Montag. Und überhaupt.

Autor:

...geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

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