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Neues fürs Velo? Gibts auch im Museum zu bestaunen

Sympathischer Wegweiser: Der Hinweis zum Musée du Vélo in Tournus.

Nächste Woche trifft sich die Velowelt wieder in Friedrichshafen. An der Eurobike, der Leitmesse der Fahrradindustrie, zeigt und brüstet sich, was der Markt hergibt. Da wird viel Neues darunter sein – aber  vieles auch, das dieses Attribut nur vermeintlich in Anspruch nehmen darf. Denn: Das Velo an sich ist seit 200 Jahren erfunden (1817, Stichwort Draisine), der Pedalantrieb seit 1861 (Stichwort Ernest Michaux).

Ein Gang durch das wunderbare Musée du Velo in der kleinen Stadt Tournus im südlichen Burgund zeigt indes: Noch manches andere mehr – es wurde in all den Jahren lediglich (und aber auch massiv) verbessert. Der Velofahrer hat auf seinem Gang durch dieses Museum auf seiner Sommertour Ende Juli einige Beispiele fotografiert:

  • Ins Tretlager eingebaute Übersetzungen mit drei und fünf Gängen. 1991 machte der Schweizer Ingenieur Florian Schlumpf mit einer nachrüstbaren, mit dem Fuss bedienbaren Zweigang-Schaltung von sich reden, der Mountain Drive. Das Schlumpf-Getriebe wird inzwischen vom deutschen Hersteller Haberstock produziert und vertrieben. Das Mass aller Dinge ist inzwischen die 18-Gang-Pinion-Schaltung, die sich in den vergangenen zwei, drei Jahren am Markt durchgesetzt hat und auf die ich seit einem halben Jahr ebenfalls schwöre. Drei- und Fünfgang-Tretlagerschaltungen gibt es aber schon lange, wie im Musée du Velo zu sehen ist.
  • Velos mit Kardanantrieb: Nicht sehr verbreitet, aber nichts neues am Fahrradhimmel.
  • Velos als günstiges und flinkes Transportmittel: Dass dem so ist, war schon unseren Vorfahren klar; mit dem Aufkommen des Autos zogen sie einfach den Kürzeren. In den Städten denkt man inzwischen wieder um.
  • Praktische Anhänger für die grosse Tour: Kommt dir das Modell auf dem zweituntersten Bild bekannt vor? Richtig: Sieht aus wie ein Vorgänger (Vorläufer…) des legendären Bob-Yak-Einspuranhängers.

Kennst Du weitere Beispiele von «Gibts schon lange, wurde inzwischen aber stark verbessert» im Bereich Velo? Lass es uns wissen und benütze dafür das Kommentarfeld unten.

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Ein Velo der Marke Hamet mit Fünf-Gang-Tretlagerschaltung von 1948.

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Diese Drei-Gang-Tretlagerschaltung ist sogar noch zehn Jahre älter.

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Kardanabtrieb fürs Velo: Schlechter Wirkungsgrad, aber garantiert keine schwarzen Hosen von der Kette…

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Tandem mit Anhänger von 1936 – ein Modell, das stark an den heute weltweit bewährten Bob-Yak erinnert.

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Das Velo als – zum Beispiel – Milchtransporter. In den verkehrsgeplagten Städten machen Transportvelos heute wieder Karriere.

 

 

 

 

 

 

 

 

Autor:

…geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

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