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Das Velo für den Arbeitsweg zu nehmen, bringt hier bares Geld

Das Velo statt das Auto für den Arbeitsweg zu nehmen, lohnt sich. In der italienischen Stadt Massarossa auch finanziell. | © 2015 pixabay.com/nsplash

Auf der Strasse lässt sich das gemeine Volk vom Geldbeutel lenken. Und der eigenen Überzeugung. Bis auf ein paar Unentwegte setzt es sich deshalb hinters Steuer oder lässt sich fahren. Im Zug, im Tram, im Bus. Das führt zu Verstopfung, und das wissen wir alle. Auch der Bürgermeister der italienischen Stadt Massarossa in der Toskana. Er setzt deshalb auf den pädagogisch belegte Erkenntnis, dass Belohnen die nachhaltigere Wirkung erzielt denn Bestrafung. Will in diesem Fall heissen: Wer in Massarossa mit dem Velo ins Büro fährt, wird dafür entschädigt. Und nicht, wer (weiterhin) das Auto nimmt, bestraft. Letzteres würde finanziell zwar mehr einbringen, die Verstopfung aber kaum lindern.

Das Smartphone zählt die Kilometer
Bürgermeister Franco Mungai hat vergangene Woche, wie «20 Minuten» unter Berufung auf die italienische Zeitung «Il Tirreno» berichtete, eine Testphase gestartet. Während dieser erhalten die Teilnehmer eine App auf ihr Smartphone, das die Kilometer zählt, die sie täglich mit dem Velo zurücklegen. Pro Kilometer gibts 25 Cent, ausbezahlt wird alle sechs Monate, und zwar höchstens 50 Euro pro Monat oder 600 pro Jahr. Finanziert wird die Aktion, man lese und staune, aus den Einnahmen aus Verkehrsbussen.

Mehr Strassen gleich mehr Verkehr
Ob die Meldung stimmt oder bloss Wunschdenken entsprungen ist: Einerlei. Die Idee bleibt allemal gut. Zum Vergleich: In der Region Luzern ist das Verkehrsaufkommen im Jahr 2014 erneut gestiegen, um 2 Prozent oder rund 4500 Fahrzeuge, wie die «Neue Luzerner Zeitung» am 23. November 2015 berichtet hat. In den Ausbau des Seetalplatzes investiert der Kanton derzeit 190 Millionen Franken. Kosten in noch unbekannter Höhe werden die Strassenbauprojekte «Spange Nord» und «Bypass Luzern» verursachen. Darin sind, das sei nicht ausgeklammert, auch Investitionen in den öffentlichen und den Langsamverkehr enthalten. Gleichwohl verhält es sich – immer noch – so, wie die Luzerner VCS-Geschäftsführerin Monique Frey im erwähnten Zeitungsartikel festhält: «Werden immer mehr Strassen und Parkplätze gebaut, schafft das für Autofahrer Anreize.» Will heissen: Neue Strassen gleich mehr Verkehr. Punkt. Wer es wissen will, findet dafür Belege vor der eigenen Haustüre. Die anderen stehen auch fürderhin im Stau.

Autor:

...geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

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