Kategorie: Alltag

Vom Umsteigen aufs und mit dem Velo

Eine wunderbarer Satz über die Leichtigkeit des Unterwegs-Seins auf dem Velo, gelesen in der NZZ am Sonntag vom 18. April 2010 in einem Porträt über den Kulturmanager Ivo Hutzli aus Solothurn:

…zu dritt ging es nun zuerst per Velo nach Instanbul, dann über Georgien, Aserbeidschan, durch Iran, Tafschikistan, Kirgistan und über den Pamir Highway bis zur ersten chinesischen Stadt. Hier trennten sich die drei. Ivo Hutzli bereiste noch China, dann lud er sein Velo in die Transsibirische Eisenbahn. «Von Peking nach Solothurn muss man dreimal umsteigen: In Moskau, Berlin und Olten.»

2500 gestohlene Velos geben 78 Tage Arbeit

Jedes Jahr werden im Kanton Luzern rund 2500 Velos als gestohlen gemeldet. Das gibt der Polizei jede Menge Arbeit: «Das Bearbeiten eines Velodiebstahls beansprucht gut 15 Minuten», erklärt Josef Achermann, Chef des Polizeipostens Sursee, in der Ausgabe vom 15. April der «Surseer Woche». Bei 2500 gestohlenen Velos sind dies im Jahr immerhin 625 Stunden oder 78 Arbeitstage zu acht Stunden, rechnet Redaktor Christian Berner. Was mit den gestohlenen Drahteseln geschieht, schildert er so: «Von der Surseer Polizei eingesammelte Velos lagern vier Wochen lang in einer Garage. Rund 50 Prozent davon werden in dieser Zeitspanne nicht abgeholt. Diese bringt die Abteilung Fahrzeugfahndung der Luzerner Polizei für ein weiteres halbes Jahr in eine Lagerhalle nach Luzern. Gute Zweiräder, die auch in dieser Zeitspanne nicht an ihre Besitzer zurückgehen, verkauft die Polizei an den kantonalen Velohändlerverband. Der Erlös fliesst in die Staatskasse. Andere wiederum landen auf dem Alteisen oder werden repariert und in Drittweltländer geschickt.»

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20. Velobörse Hochdorf verkauft 92 Velos

Für sie zwei gehts mit einem neuen Velo in den Frühling.

Die Hofderer Velobörse war auch an ihrer Jubiläumsausgabe erfolgreich: 92 Velos fanden einen neuen Besitzer / eine neue Besitzerin, zu Preisen zwischen 10 und rund 800 Franken. Darunter auch manches Schnäppchen: Zum Beispiel ein neuwertiges Simpel Wegwärts II für sage und schreibe nur 65 Franken. Zum Verkauf angenommen wurden so viele Velos wie noch nie: 152. Damit sank zwar der Anteil der verkauften Räder; der Umsatz blieb jedoch ungefähr gleich. Über das gute Geschäft freut sich nicht nur der Veranstalter, der Verein Aktives Hochdorf (VAH), sondern auch die Aktion «Drahtesel – Velos für Afrika». Denn dieser spendet der VAH für jedes verkaufte Velo 20 Franken. Mehr über den Drahtesel gibts unter diesem Link.

Die 21. Hofderer Velobörse findet in einem Jahr statt – wie immer am zweiten Samstag nach Ostern, 2011 also am 8. Mai 2011.

Das Velo der Bahn hat (zu) wenig Zug

Oft bleibt dem Velofahrer nichts anderes, als dem Zug zu winken: Die Herren (und Damen?) Bähnler treten nicht sehr gerne in die Pedale. (Bild: www.pd-f.de)

«Die Bahn verpasst den Velozug», titel das VCS-Magazin in seiner neuen Ausgabe. Während der Velotransport im Inland gut ausgebaut sei, bleibe er im internationalen
Verkehr ein Stiefkind, schreibt Chefredaktor Peter Krebs. Und: «Den Bahnen droht ein wachsender Markt zu entgehen.» Letzteres gilt freilich nicht nur – zum Beispiel – in Deutschland, wo die ICE-Züge immer noch keine Velos transportieren. In der Schweiz gibts zwar in fast allen Zügen kleinere (häufiger) oder grössere (weniger häufig) Veloabteile, aber es ist, eigentlich, unbegreiflich, weshalb die Politik nicht mehr bzw. endlich Druck auf die SBB machen, den Velopendelverkehr defintiv attraktiv zu machen. Ein bequem, sprich ebenerdig zugängliches und vor allem genügend grosses Veloabteil in jedem Regionalzug und Interregio ist meines Wissens immer noch bei weitem billiger als jeder automobile Strassenneu- und -ausbau.

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Vom tiefen Winter in den Walliser Frühling

Schneetreiben in Andermatt…
…Sonne in Reckingen.

Drei Tage auf der Rhone-Route von Veloland Schweiz sind um diese Jahreszeit eine Fahrt durch drei Jahreszeiten. Beim Umsteigen am Ostermontag in Andermatt hüllt uns Schneegestöber ein und wir stapfen durch 20 Zentimeter schönsten Pulverschnee, um die Velos zum Gepäckwagen zu bringen. Handschuhe und Stirnband unterm Helm sind auch auf der anderen Seite des Furkalochs noch ein Muss. Doch hier scheint immerhin schon die Sonne. Oberwald lassen wir links liegen: Noch ein halber Meter Schnee. In Reckingen aber steigen wir aus, satteln die Drahtesel und sausen los. Bis Fiesch allerdings auf der Hauptstrasse, was aber kein

Blick von Ernen talwärts.
Bitte das Velo tragen!

Problem ist, da die Pässe ja noch nicht offen und der Verkehr entsprechend dünn ist. Dann hoch nach Ernen und ins Binntal, wo es an sonnigen Hängen bereits wacker blüht und eine Schicht Faserpelz abgelegt werden darf. Dafür müssen wir in der Binnaschlucht die Velos über zwei, drei umgestürzte Baumstämme hieven. Für jene, die nach uns kommen, säbeln wir mit dem Sackmesser ein paar sperrige Äste ab.

Der Rest ist Genuss pur: Durch Grengiols nach Brig hinunter, nach dem Znacht wieder hoch nach Termen, um auf dem Schmelihof zu übernachten (grossartig, Blick vom Schlafzimmer direkt in die Berge), anderntags dann gemächlich bis Sion, fast alles unmittelbar der Rhone – die bis Sierre/Siders Rotte heisst – entlang. Es wird zunehmend Frühling, die Weinbauern inspizieren ihre Rebberge, derweil sich die Velozipedisten noch angenehm rar machen, der Wind, der einem im Wallis (fast) immer ins Gesicht bläst, hält sich zurück – mit anderen Worten: Lebensfreude herrscht.

Zwischen Brig und Sion.
Naturschutzgebiet vor Sion.

Weiter talwärts wird es hinsichtlich Lufttemperatur beinahe Sommer, wiewohl die Nacht noch kalt war. Die Aprikosen blühen, die Autobahnbauer (die A9 frisst sich durchs Wallis hoch) spüren neue Lebensenergie und die Cafés rücken die Stühle nach draussen. Am Ende haben wir 157 gemächliche Kilometer mehr auf dem Tacho und steigen in St.Maurice wieder in den Zug. Zurück nach Visp, durchs Lötschberg-Loch bernwärts und eine Stunde später hat uns der Alltag wieder. Schön wars!

Luzerner Velokuriere sind preiswürdig

Das ist die längst verdiente Auszeichnung für die Helden des Alltags im Stadtluzerner Strassenverkehr: Die Albert Koechlin Stiftung (AKS) verleiht dem Velokurier Luzern den Umweltpreis 2010, der mit 40’000 Franken dotiert ist. Die Velokuriere AKS für ihren Einsatz im Bereich von umweltschonenden Transporten von Gütern ausgezeichnet. Wie die AKS schreibt, legen sie pro Jahr 175’000 Kilometer mit dem Velo zurück. Dies sei «ein wirtschaftliches Unternehmen mit einer ökologischen Strategie, welches unsere Umwelt auf nachahmenswerte Weise entlastet», so die Stiftung. Eine Fachjury hat den Preisträger aus 11 Nominationen ausgewählt. Der Preis wird am 9. Juni im Rahmen einer Feier in Luzern übergeben.
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