Kategorie: Touren

Mit der «petite reine» durch Burgund und Dombes

Die Franzosen nennen das Velo gerne «la petite reine» (*), die kleine Königin. Ein schönes Bild: Wir pedalieren mit unseren Rädern stolz durch die Lande; das Haupt erhoben, sind wir den minderen Automobilisten um Kopfhöhe überlegen. Allein, sucht man danach, wie les Français dieser «petite reine» huldigen, finden sich wenig Beispiele dafür. Will heissen: Le vélo ist in Frankreich immer noch und vorab ein Fortbewegungsmittel, dessen man sich in der Freizeit bedient. Dieses Fazit ziehen wir nach zwei Wochen Veloferien im Burgund und in den Dombes, unterwegs gewesen von Dijon nach Lyon.

Abwertend sei dies nun keineswegs gemeint, vielmehr Weiterlesen

Faison un peu du vélo en Bourgogne

Nous sommes partis, chèrs amis et collègues: Ab übermorgen nous nous déplaçons für zwei Wochen in westlicher Richtung pour faire un peu du vélo. Ab Dijon (*) gehts vorerst 40 Kilometer in westlicher Richtung nach Saffres, wo ein kleiner innerfamiliärer Stützpunkt zu einem Kurzaufenthalt lockt. Danach werden wir kreuz und quer den Kanälen entlang, durch Weinberge, Städte und Städtchen durch die Departemente Côte-d’Or, Saône-et-Loire, Aine und Rhône bis Lyon pedalen. Wie immer mit Sack und Pack, Zelt und Schlafsack also, Augen und Ohren offen und zwei Finger an den Bremsgriffen, um ansgesichts kleiner und grösserer Schönheiten am Wegrand rechtzeitig bremsen zu können. Nous sommes ravis de nos vacances en Françe und hoffen, auch Euch bleibt in diesen Sommerwochen ein wenig Zeit, die Zeit Zeit sein zu lassen. On se verra!

Sachdienliche Hinweise auf Sehenswürdigkeiten und sonstige lohnenswerte Abstecher auf dieser Tour werden übers Kommentarfeld gerne entgegengenommen. Danke!

(*) Es ist tatsächlich gut möglich, mit dem TGV ab Basel nach Dijon zu reisen und die Velos unverpackt mitzunehmen. Wer rechtzeitig reserviert und möglichst unter der Woche reist, hat gute Chancen auf die wenigen Veloplätze, die es in jeder Komposition gibt. Die Reisezeit ab Basel beträgt anderthalb Stunden.

P.S.: Ich gelobe, mon français in den kommenden zwei Wochen zu schärfen…!

Am Wochenende gehört der Pragel den Velofahrern

An der Tour de France hatte das Peloton heute 180 Kilometer unter die Räder zu nehmen. Ich begnügte mich mit drei Mal weniger, dafür war meine Route ungleich gächer: 18 Prozent an der steilsten Stelle. Ssozusagen überhängend. Den Pragelpass hab‘ ich nach langen Jahren mal wieder genommen, von der Schwyzer Seite her, und was diesen Anstieg betrifft, plagiere ich gerne ein wenig mit der Beschreibung auf quaeldich.de: «Ambitionierte Radler nehmen den Anstieg von Hinterthal in Angriff. Die Steigung in der unteren Hälfte ist vergleichbar mit der des gefürchteten Mortirolos, denn kilometerlang sind Weiterlesen

Die weisse Überraschung im schwarzen Wald

Nach drei Tagen im Sattel und dreihundert Kilometern gibt es von Dreierlei zu berichten: von der Tour; davon, wie sich das neue Velo bewährt und welche Rolle das erstmals mitgeführte GPS-Gerät unterwegs gespielt hat. Der Reihe nach in Kürze: wunderschön, wunschloses Glück, wunderbar.

Punkt 1, Tag 1:

Das Unbekannte liegt oft nah, deshalb begann die nachösterliche Radrunde am Dienstag in Winterthur und führte durch den Schwarzwald. Nach Eglisau gings Weiterlesen

Auf dem Velo in den grünen Himmel

Radelkumpanen, die von Berufes wegen pedalen, wagen sich im April in die «Hölle des Nordens». Unsereins reist im Mai ebenfalls nordwärts, findet dort aber den Himmel. So erlebt vor zwei Tagen, als der Velofahrer, meine Person also, die Tradition der «Tagesausfahrten zwischendurch» fort- und sich frühmorgens in den Zug nach Lenzburg setzte, nach dem Motto: Warum denn in die Ferne schweifen, wenn es auch in der Nähe regnet? Zumal es an diesem Tag bloss nass, nicht aber kalt war, und sich die Natur an solchen Tagen in einem Grün zeigt, so satt wie bis übers Jahr nicht wieder. Dieses Farbenwunder lässt sich am besten auf zwei Rädern und auf Wald- und Feldwegen erleben.

Möhnthal, Kästhal und Herznach

Es gibt ja von diesen eine derartige Fülle in diesem Land, dass sich hunderte Touren wie die eben erlebte zusammenstellen lassen. Eine dieser, wenns darauf ankommt, doch eher ungenauen Velokarten und aber mutiges Abzweigen führen mal für mal zu ungeahnten Ein- und Ausblicken. Den Weiler Kästhal beispielsweise hätte ich nie passiert, hätte ich vorgestern nicht  auf dem Oberbözberg irrtümlich die talwärts führende Strasse rechts genommen statt scharf nach links abzubiegen. Dies führte mich dafür auch nach dem Orte Möhntal, von wo ich dann die kürzere Route über dieses Kästhal nahm statt wie vorgesehen über Effingen City, zu welcher politischer Gemeinde Kästhal aber auch noch gehört. Später an diesem Tage führte mich eine zweite Falsch-Abzweigerei auch noch ein zweites Mal nach Zeihen, wodurch ich aber am Ende auch Herznach kennenlernte und mich über die Staffelegg (last-)wagen durfte.

Zurück aber an den Anfang: In Lenzburg führte die Route erst an die Aare und dort flussabwärts bis Villnachern, von wo es übern Bözberg ging, dann folgte der beschriebene Abstecher ins und nach Möhnthal, rüber dann nach Effingen und Zeihen, sodann eine Waldweg-Kurbelei mit sehr vielen gleich aussehenden Abzweigungen und Strässchen, von denen dann eines wie erwähnt wieder nach Zeihen führte, wo dafür die Sonne sich endlich blicken liess. Über Ueken und Herznach führte die Tour endlich der Staffelegg zu, von welcher es nur noch ein paar Pedalumdrehungen bis Aarau sind. 58 Kilometer mehr standen am Ende auf dem Zähler. Es war ein erlebnisreicher Tag.

 

Das Pferd? Heutzutage satteln die hohen Herren das Velo

Man stellt sich das so vor: Ein schöner Samstag ists, die Arbeitswoche getan, Ritter Kuno drängt es an die Sonne, er nimmt sein bestes (Stahl-)Rösslein aus dem Stall und schwingt sich in den Sattel, um Herzdame Gunhilda ennet der Anhöhe die Ehre zu erweisen. Frau Gunhilda erwartet ihren Kuno im merinowollenen Wams bereits am Tor vorm Burggraben, und gemeinsam treten die zwei ein weiteres Stündchen in die Pedale, um Kusine Elisabethen vom benachbarten Schloss auszuführen.

Nun ist das Velo zwar eine Erfindung des 19. Jahrhunderts, aber in etwa wie beschrieben könnte sich das Geschehen an jenem Samstag zwischen Lenzburg, Gränichen und Schlossrued abgespielt haben, immer unter der Annahme, die Herren und Weiterlesen