Kategorie: Unterwegs

Grindel, Wahlen und der Scheltenpass

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Geheimnisvoll: Auf der Anfahrt zum Scheltenpass von Delsberg her.

Grindelwald? Kennt jeder. Aber Grindel? Und Wahlen? Zwei Nester südlich von Laufen, die ich auf der ersten Blueschtfahrt er-fahre, auf der ich Handschuhe tragen muss: 7. Mai, aber ein paar wenige Grad nur, diesig und der Asphalt nass. Aber einfach schön. Kurz nach neun Uhr gehts in Basel los, erst der Veloland-Route Nr. 7 entlang westwwärts, Ettingen, Flüh, Mariastein (schöne Grüsse himmelwärts) und auf die Challhöchi, gut 800 Meter, der erste Stutz ist geschafft. Kaum Verkehr. 450 Meter runter gesaust dann bis Laufen, weiter dann, siehe oben, nach diesem Grindel, das von der übrigen Schweiz vergessen zwischen ein paar Jura-Högern vor sich hinträumt.

Die leuchtenden Rapsfelder kontrastieren heute wunderbar zum trüben Himmel.
Der erste Übergang ist geschafft. Von der Challhöchi gehts hinunter ins Laufental.

Jetzt gehts endgültig abseits, immer verträumter dafür, Niederbergli und Oberbergli heissen die nächsten Höfe, und ehe auf 810 Metern der nächste Weiterlesen

Sein täglich‘ Brot zu er-fahren ist ein harter Job

Velokurier Stefan Fröhlich auf der Quaibrücke in Zürich. (Bild: NZZ / Christian Beutler)

«12 Uhr, Veloblitz-Zentrale. Erschöpft lasse ich mich auf das Sofa fallen und studiere meine Abrechnung. Insgesamt habe ich heute morgen etwas über 250 Franken eingefahren, wovon 41 Prozent an mich fallen und der Rest an den Veloblitz geht. Das entspricht einem Stundenlohn von rund 20 Franken – kein schlechter Verdienst in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten.» Mit diesem Satz beschliesst Andrea Kucera, ehemalige Volontärin auf der NZZ-Redaktion, in der Ausgabe vom 6. April 2010 den harten Alltag, mit dem sie von Zeit zu Zeit als Velokurierin beim Veloblitz in Zürich ihr täglich Brot er-fährt. Mal pedalt sie 30 zu Sezierzwecken georderterte Schweinsaugen für angehende Damen und Herren Doktoren zum Bahnhof, mal 20 Kilo Gerichtsakten von einer Anwaltskanzlei zur nächsten: Kurzweilig ist die Sache allemal, aber ganz schön streng. Lokalpatriotisches P.S.: Den ersten Velokurier hierzulande gabs in der Innerschweiz. Er wurde 1989 in Luzern gegründet.

Lesenswert!

Vom Umsteigen aufs und mit dem Velo

Eine wunderbarer Satz über die Leichtigkeit des Unterwegs-Seins auf dem Velo, gelesen in der NZZ am Sonntag vom 18. April 2010 in einem Porträt über den Kulturmanager Ivo Hutzli aus Solothurn:

…zu dritt ging es nun zuerst per Velo nach Instanbul, dann über Georgien, Aserbeidschan, durch Iran, Tafschikistan, Kirgistan und über den Pamir Highway bis zur ersten chinesischen Stadt. Hier trennten sich die drei. Ivo Hutzli bereiste noch China, dann lud er sein Velo in die Transsibirische Eisenbahn. «Von Peking nach Solothurn muss man dreimal umsteigen: In Moskau, Berlin und Olten.»