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Der Veloschlauch mit den zwei Enden

«Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei», reimte Stefan Remmler vor bald 30 Jahren. Den guten Mann hat die Zeit überholt: Mittlerweile haben auch Veloschläuche zwei Enden. Jedenfalls jene der deutschen Marke Gaadi. In Zusammenarbeit mit dem tschechischen Hersteller Rubena und der technischen Hochschule Aachen hat das Unternehmen einen Schlauch auf den Markt gebracht, der, ausgerollt, kein Ring ist, sondern eine Stange. Die Idee dahinter: Das Rad muss damit nicht ausgebaut werden, wenn der Schlauch zu ersetzen ist. Das erspart Zeit und mitunter mühsame Fummelei. Besonders praktisch ist der Gaadi-Schlauch dann, wenn eine Nabenschaltung oder ein geschlossener Kettenkasten den Radausbau erschwert – ein Umstand, der Ungeübte unterwegs ganz schön ins Schwitzen bringen kann. Der Velofahrer jedenfalls musste zuhause schon erst ein Youtube-Video konsultieren, als ihn der Nachbar darum bat, das Velo seiner Tochter zu flicken, das mit einer Siebengang-Nabenschaltung ausgerüstet ist.
Wer einen Gaadi-Schlauch dabei hat, hebelt bei einem Plattfuss die eine Seite des Reifens aus der Felge, schneidet den defekten Schlauch heraus und legt den Gaadi, leicht gepumpt, einfach ein. Danach den Reifen wieder einhebeln, pumpen – fertig. Wie das geht, zeigt dieses Video auf der Gaadi-Website anschaulich. Wichtig ist, dass die beiden Schlauchenden passgenau aufeinander stossen. Sollte der Gaadi leicht zu lang sein, wird das eine Ende vor dem Einlegen einfach mit dem Finger eingestülpt. Es gibt den Gaadi allerdings in allen gängigen Grössen für 20-, 26- und 28-Zoll-Räder.
Fazit: Eine clevere Erfindung. Ob sie sich durchsetzen kann, wird sich weisen. Profimeinungen sind noch keine erhältlich. Unterwegs dürfte ein Gaadi-Schlauh bestimmt eine gute Wahl sein, derweil der Amateur zuhause den Schlauchwechsel wohl weiterhin dem Fachhändler überlassen wird. Wogegen dieser schliesslich nichts einzuwenden haben dürfte.

In der Schweiz sind die Gaadi-Schläuche zum Beispiel über den Grosshändler Jeker & Co. erhältlich. Sie kosten durchwegs 19 Franken.

 

Autor:

…geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Dominik,

    das ist mal ein hilfreicher Artikel. Habe gerade den vierten Platten innerhalb eines halben Jahres – und vom Reifenausbau die Schn… voll. Habe mir das Video auf der Gaadi-Seite angeschaut. Sieht wirklich kinderleicht aus – wenn dies in der Praxis auch wirklich so funktioniert: einfach genial.
    Danke für deinen Artikel.
    Lg
    Petra

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  2. Eine feine Sache! Ich fahre eine Rohloff, da ist der Radwechsel zwar sowieso einfacher als bei einer Kettenschaltung, aber mit so einer Luftwurst müsste ich nicht immer den Fünfkantschlüssel der Sicherheits-Radmuttern dabeihaben. Und: Warum den Aufwand betreiben, das Rad rauszunehmen, wenn’s auch ohne geht? Ist gekauft.

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