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Die Zehn-Pässe-Fahrt für Weicheier

Ein bisschen wirr: Der Routenplaner komoot.de ist leicht überfordert, gibt man die beschriebene Mehrpässefahrt ein... | © 2018 Bildschirmfoto

Nächstes Jahr mache ich eine Velotour. Sie wird über zehn Pässe führen, davon zwei zweimal, 7034,9 Kilometer lang sein, 71’100 Meter obsi und 59’370 nidsi führen und mich 370 Stunden Fahrzeit kosten. Das wird leicht zu schaffen sein, da ich zwölf Monate Zeit haben werde. Und eine ähnliche Tortur schon 2015 und 2016 geschafft habe.

Ich Weichei werde wiederum in Gedanken kurbeln, den «Curves»-Kalender 2019 vor Augen, der mir auf seinen zwölf Blättern zu jeder Monatswende vor Augen führen wird, wo es noch schöner wäre als im Büro, pedalierend statt performierend. Stefan Bogner, Autor und Fotograf, hat sich wiederum in die Alpen begeben, um die Serpentinenstrecken der Pässe zu fotografieren, wiederum haben geschickte Fotoschöppler (nehmen wir jetzt mal an) pixelgenau jedwelches Räderwerk aus seinen Aufnahmen retuschiert, sodass die Haarnadelkurven sich jungfräulich in die Landschaft legen, bereit zur Eroberung per Gaspedal oder Kettenantrieb. Dem Fotografen Bogner scheinen die Pässe freilich langsam rar zu werden. Jedenfalls befährt er den Col de Pailhères und die Drei Zinnen nächstes Jahr zweimal und zählt er mittlerweile auch die Insel Sylt zu den Alpen, wobei letzterer Abstecher als Scherz aufgefasst werden darf und mir im November eine willkommene Auszeit verschaffen wird.

Meine Etappen nun im Einzelnen, die Verbindungen hat mir der Online-Tourenplaner Komoot vorgeschlagen und berechnet:

  • Januar−Februar, vom Timmelsjoch (Südtirol) 2509 m) auf den Col de Pailhères (Pyrenäen) 2001 m): 1271 km, 11’800 m Aufstieg, 12’290 m Abfahrt, 82 Stunden Fahrzeit
  • Februar−März, vom Col d Pailhères auf die Drei Zinnen (Dolomiten, 2320 m): 1381 km, 10’850 m Aufstieg, 12’390 m Abfahrt, 86 Stunden Fahrzeit
  • März−April, von den Drei Zinnen auf den Col d’Izoard (französische Alpen, 2360 m): 883 km, 9550 m Aufstieg, 7630 m Abstieg, 60 Stunden Fahrzeit
  • April−Mai, vom Col d’Izoard aufs Sellajoch (Südtirol, 2244 m): 634 km, 4750 m Aufstieg, 4890 m Abfahrt, 40 Stunden Fahrzeit
  • Mai−Juni, vom Sellajoc auf den Passo di Giau (Dolomiten,  2233 m): 40,9 km, 1620 m Aufstieg, 1600 m Abfahrt, 4 Stunden Fahrzeit− ein Schnäppchen
  • Juni−Juli, vom Passo die Giau auf den Gaviapass (Lombardei, 2618 m): 221 km, 5190 m Aufstieg, 4820 m Abfahrt, 17 Stunden Fahrzeit
  • Juli−August, vom Gaviapass auf den Passo San Boldo (Venetien, 706 m): 225 km, 2470 m Aufstieg, 4380 m Abfahrt, 4 Stunden Fahrzeit − ein Tiefflieger
  • August−September, vom Passo San Boldo auf die Drei Zinnen: 571 km, 5910 m Aufstieg, 6170 m Abfahrt, 38 Stunden Fahrzeit
  • September−Oktober, von den Drei Zinnen aufs Stilfserjoch (Südtirol, 2757 m): 761 km, 8830 m Aufstieg, 6590 m Abfahrt, 52 Stunden Fahrzeit
  • Oktober−November, Pause auf Sylt, Strandspaziergang
  • November−Dezember,  vom Stilfserjoch auf den Col de Pailhères (2001 m): 1047 km, 10130 m Aufstieg, 10’900 m Abfahrt, 66 Stunden Fahrzeit

Ich leg mich jetzt hin. Vorschlafen. Vor-Ruhen. wir sehen uns!

Curves 2019, Format 67,6 x 47,4 cm, ca. Fr. 40.-, ISBN 978-3-667-11125-8 Delius Klasing Verlag, Bielefeld

Ein hübscher und grossformatiger Tourenführer: der Curves-Kalender 2019. | © 2018 Delius-Klasing-Verlag

Autor:

...geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr schöne Idee. Besonders Sylt ist im Herbst bei tosender Brandung und einer Tasse Tee bestimmt super entspannend nach den heftigen Vormonaten. Nur die Drei Zinnen (Nr. 2 in der Karte) hätte ich jetzt eher nicht bei Nürnberg vermutet. Oder ist das eine mir unbekannte Umschreibung für Nürnberger Würstchen mit Sauerkraut und Herdöpfelstock? 😉

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    • Tja, lieber Stefan, bei so vielen Kilometern kann es schon zur einen und anderen Verw-irrung kommen, dafür wird man Verständnis haben. Dass dies schon bei Etappe 2 geschieht, nimmt mein frühzeitiges Hintan-Fahren vorweg. Im Ernst: Ich wollte die ganze Route von Komoot zeichnen lassen, das Tool machte aber bei mehreren Anläufen jeweils nach sieben oder acht Pässen schlapp. Nicht mal virtuell ist eine solche Tor-Tour also zu meistern…

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      • Tja, die Tücken der Technik. Früher, als man à la Marius Müller-Westernhagen mit einer Übersichtskarte im A6-Format durch ganz Europa gefahren ist, wäre sowas nie aufgefallen. Falls Du die Tour doch noch in echt erleben willst, darfst Du bei dieser ewig langen Etappe gerne ein Päuschen hier im Klettgau machen, bevor Du die „Muur de Blumberg“ in Angriff nimmst – da scheint die Strecke lang zu führen, soweit auf dem Bild erkennbar 😉

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