Jahr: 2013

Mein (Velo-)Laubfrosch hüpft schon wieder

Mein neu-altes Alltagsvelo: Das Cannondale T1000 mit Jahrgang 1992 ist nun laubfroschgrün.
Mein neu-altes Alltagsvelo: Das Cannondale T1000 mit Jahrgang 1992 ist nun laubfroschgrün.

Mein Laubfrosch ist bereits aus der Winterstarre erwacht. Ein paar Stunden pflegliche Behandlung im Velokeller über die Weihnachtstage, verbunden mit fettreicher Ernährung und punktgenauen Balsamierungen auf Ölbasis, haben ihn gestern zum Leben erweckt und heute auf die erste 50-Kilometer-Ausfahrt gelockt. Grasgrün leuchtet mein altes Cannondale-T1000, seine gut 21 Jahre sind ihm nicht mehr anzusehen. Schutzbleche in Christbaumfarbe und neue Reifen hat es ausserdem spendiert bekommen, sodass sich sein Fahrer, also ich, fürderhin am damals guten Kauf freuen darf. Zur Erinnerung: Ich habe den ehedem blauen Rahmen frisch beschichten lassen  – eine Frischzellenkur, die längst nicht alle Welt kostet und so manchen Göppel, der da rumkurvt, wieder wie neu aussehen liesse.

Jede Pendelfahrt per Velo spart volkswirtschaftliche Kosten

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Autos, Autos, Autos. Das Bild entstand im Sommer 2013 im deutschen Emden, wo der Volkswagen-Konzern seine Fahrzeuge in alle Welt verschifft.

Manchmal ist das Leben einfach und die Lösung fährt auf zwei Rädern daher. Im neuen «Info Bulletin», der Zeitschrift der Velokonferenz Schweiz (*), ist in einem Bericht über den Velo-City-Kongress 2013 in Wien folgender Satz von Wolfgang Rauh von den Österreichischen Bundesbahnen zu lesen: «Ökonomische Verluste durch den Autoverkehr können weitaus grösser sein als die Umweltschäden. So verursacht jeder Autopendler in Wien Stautkosten von ca. 3000 Euro pro Jahr, indem er die Fahrt der übrigen Pendler verlangsamt. D.h. jede vom Auto aufs Velo (oder den öV) verlagerte Pendlerfahrt spart volkswirtschaftliche Kosten von 3000 Euro pro Jahr. Dieser Nutzen ist rund sechsmal so gross wie der Nutzen der Velofahrt im Bereich Umwelt und Gesundheit.»

Rauh sprach am 13. Juni 2013 am Velo-City-Kongress in Wien über den ökonomischen Nutzen des Velofahrens in Städten. Seinem Satz ist beizupflichten, wobei natürlich nicht der volkswirtschaftliche gegen den gesundheitlichen und ökonomischen Nutzen des Velofahrens ausgespielt werden soll, zumal jeder gesundheitliche und ökologische Nutzen am Ende auch ein (volks-)wirtschaftlicher ist.

*Die Velokonferenz Schweizist ein Forum für Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer für Fachleute des Veloverkehrs in Verwaltungen, Behörden sowie Planungs- und Ingenieurbüros. Das «Info Bulletin» kann im PDF-Format kostenlos abonniert werden.

Mein Velofrühling hat schon begonnen

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Frisch begrünt: Mein neues altes Velo.

Mein altes Velo ist auch mein neues. Bloss strahlt es neuerdings in frischer Farbe. Grün wie ein Laubfrosch statt wie vorher dunkelblau wie die Nacht. Gefällt mir. Und verschafft abwechslungsreiche Stunden im Velokeller zwischen Weihnachten und Neujahr. Unter dem frischen Grün steckt übrigens ein 21 Jahre alter Cannondale-Rahmen, damals noch handmade in USA, T1000 hiess das Modell in der Kategorie Tourenvelos, das Cannondale damals im Angebot hatte. Aus diesem Segment hat sich der «amerikanische» Hersteller inzwischen verabschiedet. Ich habe den Rahmen über das Velociped in Kriens frisch beschichten lassen; das Krienser Velogeschäft setzt wie viele andere für derlei Spezialistenarbeit auf die Firma Sigwa in Sumiswald in Emmental.

Das Velo verbindet Völker

131214_das_land_der_zweiten_chance«Besitzen der Sport und das Fahrrad die Macht, Leben zu verändern», fragt Rainer Sprehe. Der Verleger von «Covadonga – Der Verlag für Radsportliteratur», schiebt statt einer Antwort ein Buch übern Tisch, das Geschichte(n) zu seiner Frage erzählt. «Das Land der zweiten Chance» heisst es und schildert, so der Untertitel, «die erstaunliche Geschichte des ruandischen Radsportteams». Autor ist der britische Zeitungs- und Magazinreporter Tim Lewis. Das Besondere an seiner Story: Es geht darin nicht nur um den Radsport, sondern ebenso Weiterlesen

Das Velo funktioniert auch verkehrt herum

«Nichts ist unmöglich», warb der japanische Autohersteller Toyota in den frühen neunziger Jahren für sein Modell Corolla. Auf dem Velo beweisen wir das schon viel länger. Beziehungsweise tut dies der Norweger Eskil Ronningsbakken besonders beeindruckend. Der junge Mann fährt mit 80 Sachen rückwärts einen Pass hinunter. Wir sagen: «Es git nüt, wo s ned git» und raten vom Nachahmen ab. Wobei: Wer daran zweifle, dass er tatsächlich dieses Tempo auf dem Tacho gehabt habe, hätten wohl selbst nicht genug Eier, um etwas aus ihrem Leben zu machen, kommentiert Eskil seinen eigenen Youtube-Eintrag. Und: «Ich bin bereit, jederzeit wieder fahren.»

An Weihnachten fährt der Velofahrer auch nach Afrika

131201_velos-fuer-afrika_logoVelofahrer sind auch als Schenker pedalgetrieben. In dieser Hinsicht und an dieser Stelle ein Geschenktipp, der mehrfach Freude macht: Ein paar Franken für die Aktion «Velos für Afrika». Seit 1993 sammelt, verarbeitet und exportiert «Velos für Afrika» ausgediente Fahrräder. Über 100’000 Velos wurden bereits von der Schweiz nach Afrika verschifft. Das Programm stiftet mehrfach Nutzen: Das Velorecycling in der Schweiz ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern fördert auch die soziale und berufliche Integration weiterlesen