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Wie Bikes Cars entlasten und ein Buch dazu

Lastenräder machen die Mobilität vergnüglicher und grüner, und sie sorgen für freie(re) Fahrt auf den Strassen. | © 2015 Facebook-Seite Lastenrad/Cargo Bike

Dieses Buch verdient allein schon wegen des darin versteckten, wunderschönen Wortspiels Unterstützung: «Car go Bike Boom» wird es heissen, wenn es denn nächsten Sommer mal rauskommt, und damit dies wird, sammeln die beiden Macher dahinter, Eric Poscher und Juergen Ghebrezgiabiher derzeit über die Crowfunding-Plattform Starnext Geld. Wer hier, zum Beispiel 25 Euro investiert, bereitet dreifach Weinachtsfreude: Eric und Juergen natürlich sowie sich selbst, weil er eins der ersten Bücher damit frei Haus geliefert kriegt.

In den letzten Jahren sei der Cargobike-Kult ausgebrochen, stellen Eric und Juergen fest, die beide in Sachen Transportrad seit Jahren überzeugt unterwegs sind. «Nicht nur in der Fahrradbranche werden Sie als Trend gehandelt, sondern auch wenn es um Stadtentwicklung und Lösungen für den urbanen Verkehr unserer Zeit geht: Pizza-Lieferdienste, Last Mile Delivery, Familien-Mobilität und vieles mehr», heisst es im Projektbeschrieb. Eric und Juergen haben sich deshalb vorgenommen, «ein informiertes Zeitgemälde hinsichtlich der unbestreitbaren Renaissance des Transportrads» zu zeichnen – in Buchform. Für ihre Ziele ist dieses Medium immer noch das am besten geeignete. «Car go Bike Boom» will…

  • möglichst vielen Menschen einen Überblick über das Geschehen um Transporträder zu diesem spannenden Zeitpunkt geben;
  • Menschen für dieses tolle Verkehrs- und Transportmittel begeistern;
  • fundiert informieren, aber auch Lesespass bereitent;
  • der Community etwas zurückgeben, indem das Buch unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht werden soll.

Gewiss liessen sich diese Ziele auch über eine Web-Plattform erreichen. Jedoch: Ein Buch lässt sich anfassen, es lässt sich darin blättern, man kann es mitnehmen und darin ohne Internet-Verbindung schmökern. Zudem: In zehn oder in zwanzig Jahren auf den damaligen Stand der Dinge zurückblicken – das geht flink und vergnüglich nur über ein Buch. Selbst greife ich jedenfalls dann und wann einen meiner Bände aus den Neunzigern aus dem Büchergestell und kehre in die Zeit zurück, als die Siebenfach-XT das höchste der Gefühle war.

«Car go Bike Boom» will «die Fülle an Informationen (mit Fokus auf Europa) rund um das Transportrad erfassen». Das sei auch deshalb wichtig, erklären Eric und Juergen, weil «zu gesellschaftlicher Veränderung fundierte und unabhängige Information» vonnöten sei. Dies ist angesichts unserer verstopften Strassen letztlich der entscheidende Punkt. Initiativen wie «Car go Bike Boom» verdienen so viel Unterstützung, dass sie auch in Amtsstuben und Ratssälen vernommen werden. Exemplare werden gerne dorthin frei Haus geliefert – per Lastenrad natürlich.

Autor:

…geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Im Prinzip ist das ein schönes Projekt, über den Car go Bike Boom ein Buch ausschliesslich über Lastenräder zu schreiben. Da Eric ja auch ein sehr überzeugter Lastenradler ist, sei ihm das auch gegönnt. Um aber die Möglichkeiten des Lastentransports mit dem Fahrrad etwas neutraler abzubilden, wäre die Berücksichtigung von Fahrradanhängern nicht verkehrt. Wir als Hersteller verstehen nicht ganz, warum dieses Thema in dem Buchprojekt vollständig ausgeblendet wird. Immerhin haben Lastenräder ja auch viele klare Nachteile – und wenn es wirklich um den Lastentransport geht (und nicht nur darum, ein Thema nach vorne zu bringen), dann wäre eine umfassendere Darstellung wünschenswert.

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    • Das wusste ich nicht, Peter. Ein berechtigter Einwand, zumal es ja nicht (nur) um das Lastenrad an sich geht, sondern um Alternativen für den motorisierten Lastentransport. Aber vielleicht kann Eric dazu hier selbst Stellung nehmen.

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  2. Hallo, erst mal herzlichen Dank für deinen Beitrag und deine Unterstützung, Dominik, und die darin offensichtlich mitschwingende Sympathie!

    Zur Diskussion, die Peter Hornung angestoßen hat, möchte ich auch kurz Stellung nehmen. Im Prinzip stimme ich Ihnen zu, aber wir haben schon im Titel unsres Buchs versucht, keine falschen Erwartungen zu wecken, und unsren Fokus ganz klar auf Transporträder gelegt. Eine, aber eben auch eine wichtige Alternative zum motorisierten Lastentransport. Das heißt nicht, dass wir Anhänger vollständig ausklammern wollen (ein Kapitel war von Anfang an geplant), aber eine erschöpfende Darstellung würde den Rahmen für uns einfach sprengen. Mich/uns würde eine Darstellung hinsichtlich der Positionierung von Lastenanhängern am Markt und in der gerade stattfindenden Mobilitätsdebatte von Herstellerseite wirklich interessieren. Vielleicht darf ich Sie ja dazu einladen, unter diesem Aspekt mit einer Darstellung zu unsrem Projekt beizutragen. Das hätte sicherlich seinen Einfluss auf das geplante Kapitel zu Anhängern. Allerdings möchte ich klarstellen, dass wir dieses Buch nicht schreiben, um „ein Thema nach vorn zu bringen“, sondern aus Begeisterung für Transporträder.

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    • Hallo Jürgen,
      wir sind selbst begeisterte Radler in allen Facetten und deshalb finden wir es toll, daß Ihr Eure Begeisterung auch in Buchform bringen wollt. Wir wissen alle, daß das vor allem viel Arbeit ist und wenig Geld bedeutet, viel Idealismus bei nur mässiger Anerkennung. Von daher ist Euer Projekt und auch die ganze, wichtige Lobbyarbeit, die die Lastenradler seit Jahren mit viel Schwung und Energie betreiben, absolut positiv.
      Der einzige Punkt, der von uns aus gesehen eben etwas „heikel“ ist, ist die mittlerweile fast ausschliessliche Konzentration des Themas Lastentransport mit dem Fahrrad auf die Darstellung der versch. Lastenräder. Das geht soweit, daß z.B. in München ein Förderprogramm für Lastenräder aufgelegt wird, ohne auch nur darüber nachzudenken, daß an mancher Stelle mit Anhängern mit viel weniger Geld viel mehr erreicht werden könnte – auch weil damit ja prinzipiell jedes Rad (temporär) zum Lastenrad wird.
      Uns geht es also überhaupt nicht darum, die mühsame Öffentlichkeitsarbeit der Lastenradler der letzten Jahre zu schmälern – im Gegenteil, wir sind sehr dankbar, dass der gesamte Themenkomplex dadurch überhaupt ernst genommen wird! Aber eben: Lastentransport mit dem Fahrrad ist viel mehr als nur Lastenrad 🙂
      Herzliche Grüße vom am gleichen Strang ziehenden Peter

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  3. Hallo Peter,
    vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar zur Situation und ich glaube, ich verstehe nun viel genauer, wie deine Kritik gemeint ist. Den Satz: Lastentransport mit dem Fahrrad ist viel mehr als nur Lastenrad, werd ich mir hinter die Ohren schreiben und sicher beim Schreiben am Buch immer wieder daran denken.
    Herzlichst und mit Dank für deine aufschlussreiche Antwort,
    Jürgen

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