Kategorie: Technik

  • Der Velo-Ritt auf dem «Vollblut»

    Der Velo-Ritt auf dem «Vollblut»

    Für zwei, drei Wochen ist dieses tolle Ding meins: Ein Flyer E-Bike, Typ «Vollblut», mit 500-Watt-Nabenmotor im Hinterrad. Gestern konnte ich es frisch ab Werk in Huttwil abholen; ein knappes Stündchen brauchte ich dann von hier für die knapp 30 Kilometer bis Sursee, wo der Akku dann aber wohl noch nicht leer war, jedoch nicht mehr bis Hochdorf zu reichen schien, zumal dazwischen noch ein ordentlicher Hoger gelegen wäre. Machte und macht nichts, das «Vollblut» ist ein (mehr …)

  • Für seine Velorahmen schöpft Heinz Schwab aus dem Vollen

    Für seine Velorahmen schöpft Heinz Schwab aus dem Vollen

    Velorahmen sind Drahtesel. Aus verlötetem Stahl. Aus verschweissten Alurohren. Leichte Renner bestehen aus Karbon. Es gibt Velos aus Holz, aus Bambus und sogar aus Karton. Heinz Schwab aus Andwil bei St.Gallen indes hat eine neue Herstellungsmethode erfunden: Er fräst Velorahmen aus einem einzigen Block Aluminium.

    Das geht ganz einfach: Schwab legt einen grossen Aluminiumblock in die CNC-Fräse, drückt aufs Knöpfchen und zwölf Stunden später hat der Computer aus dem 206 Kilo schweren Mocken einen 2.9 Kilo leichten, filigranen Rahmen geraspelt. Alles aus einem Stück, da bricht garantiert keine Schweissnaht. Auch sämtliche Sockel sind gefräst, es gibt keine Schweissstellen und keine Schraubverbindungen.

    Dahinter steckt freilich eine langwierige Tüftelei. Rund 200 Stunden seiner Freizeit habe er in Entwürfe und Konstruktionen investiert, der neunte Entwurf sei schliesslich gefräst worden, erklärte der 54-jährige Konstrukteur gegenüber der «Gossauer Zeitung» vom 4. April 2014.
    Die Geschichte dahinter erklärt das «St. Galler Tagblatt» in seiner Ausgabe vom 5. April 2014. Wir zitieren:
    Angefangen hat alles mit einem scherzhaften Gespräch. Während der Konstruktion eines Aluminiumstücks in der Cimform AG, seinem Arbeitgeber, fragte ein Arbeitskollege Schwab, warum er sich nicht selber einen Velorahmen fräse. Beide lachten über den Gedanken. Dennoch blieb die Idee im Hinterkopf. Es brauchte Zeit, bis daraus ein Projekt reifte. Und einen Auslöser. Dieser war im April vergangenen Jahres. Auf einer Velotour in Italien stand am Strassenrand ein Velo mit einem gefrästen Ersatzteil. Die Mitglieder des Gossauer Veloclubs staunten. So etwas hatten sie noch nie gesehen.
    Wieder zu Hause in Andwil, machte sich Schwab in der Freizeit an die Arbeit. Im Fräsen ist er Spezialist. Seit 1975 arbeitet er auf dem Beruf. Mithilfe eines CAD-Computerprogramms entwirft er den ersten Rahmen in 3D. Das fünfte Modell sandte er an ein Ingenieurbüro. Die Statik soll geprüft werden. Die Antwort war eine Enttäuschung: Ein Rohr eigne sich besser, hiess es nur.

    «Airmill» war geboren

    Einige Tage später hat Schwab den Rahmen optimiert. Schliesslich sendet er das achte Modell dem Ingenieurbüro. Die Resultate sind nun akzeptabel. Trotzdem bleibt offen, ob es funktioniert. Es helfe nur noch eins, liessen die Spezialisten wissen: ausprobieren.
    Das war der Startschuss. In der Fräsmaschine der Cimform entstand das erste Airmill. So lautet der Name des Gefährts. Schwab fühlte sich auf Anhieb wohl auf dem Sattel. Seither fährt er mit dem Velo nachmittags von Andwil über den Tannenberg nach St. Pelagiberg zur Arbeit und zurück. Gegenüber einem Gestell aus Carbon biete Aluminium Vorteile, ist Schwab überzeugt. Während Carbon gepresst und geleimt werde und im Extremfall ohne Vorwarnung brechen könne, sei der Aluminiumrahmen aus einem Stück.

    Kein günstiges Vergnügen, aber ein exklusves

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    Zu Beginn ists ein 206 Kilogramm schwerer Aluminiumblock.
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    Dann wird tüchtig und von allen Seiten daran herumgefräst.

    Die 203.1 Kilo Aluminiumspäne, die nach dem Fräsen eines Velorahmens übrigbleiben, lässt Schwab einschmelzen und wiederverwerten. Im kommenden Sommer werde er mit dem«Airmill» einige Pässe fahren, sagte Heinz Schwab gegenüber velofahrer.ch, Pragel, Klausen, Stelvio usw. Im August will er mit der Fertigung von fünf gewichtsoptimierten Rahmen beginnen. Vom 18. bis 21. November werden die «Airmill»-Rahmen an der Ausstellung Prodex/Swisstech in Basel am Stand der Vischer + Bolli AG zu sehen sein.
    Heinz Schwab hat bis jetzt noch keinen Rahmen verkauft, man kann ihn nun aber bei ihm bestellen. Den Rahmenpreis (ohne Komponenten) gibt Schwab mit etwa 4000 bis 5000 Franken an bei einer Serie von fünf Stück. Das Eloxieren beläuft sich auf zirka 160 Franken.

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    …noch nicht ganz fertig, aber schon fast!
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    Der fertige Airmill-Rahmen. Eigenwillig und auffällig.
  • Schicht für Schicht zum neuen Velo. Aus Furnier

    Schicht für Schicht zum neuen Velo. Aus Furnier

    Velos sind aus Stahl. Aus Aluminium. Titan. Karbon. Karton. Oder Bambus. Aber nicht nur. Neuerdings gibts welche auch aus Furnier. Dafür sind seine Macher dieser Tage sogar ausgezeichnet worden. Mit dem Red Dot Award, einem der begehrtesten Designerpreise weltweit. In der Kategorie Product Design konnte sich das Furnierfahrrad aus Dresden gegen 1816 Hersteller behaupten, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

    «Nemus Cajalun» heisst das Stadtvelo des Dresdner Designers Robert Taranczewski (31) und seines Startups Nemus Cycles. Der Holzrahmen des «Cajalun» besteht aus gewickeltem Echtholzfurnier. Dazu werden Furnierlagen von 3 bis 5 Millimetern Breite um einen harten Kern gewickelt und geklebt, der am Ende wieder entfernt wird. Das Ergebnis ist ein festes und leichtes Rohr aus einem umweltfreundlichen Rohstoff. Nemus verwendet bis jetzt zwei einheimische Holzarten: helle Esche und dunkler Nussbaum.

    Taranczewski hatte bereits 2008 den Eurobike Award für den Prototypen des «Nemus Cajalun» erhalten. Seither hat er mit seinem Geschäftspartner Curt Beck (30), Ingenieur für Verfahrenstechnik, die Technologie zur Fertigung der Furnierverbundrohre soweit optimiert, dass diese sich für den Velorahmen ebenso eignen wie den Möbel- oder Messebau.

    Weniger als zehn Kilo leicht

    «Neben dem geringen Gewicht überzeugt unser Urban Bike vor allem durch Belastbarkeit, Langlebigkeit und hohen Fahrkomfort», verspricht Taranczewski. Gemäss seinen Angaben wiegt sein erstes Modell weniger als zehn Kilogramm. Bei gleichem Aussendurchmesser und Gewicht seien die stabilen Leichtbaurohre von ihren Steifigkeitswerten sowie der Elastizität vergleichbar mit Stahl, erklärt das Dresdner Start-up auf Nachfrage, während das Verhältnis zwischen Festigkeit und Gewicht dem von Aluminium ähnele. Außerdem brächen die Holzrohre weniger als solche aus Carbon.

    Die Nemus-Velos werden in Dresden gefertigt. Aluminiummuffen verbinden die Holzrohre zu einem stabilen Fahrradrahmen; Rohre und Muffen werden verklebt. Der Rahmen wird danach mit einem matten Klarlack lackiert und somit wetterfest gemacht. Die Lackoberfläche sei härter als das Holz, betont Nemus. Wie bei jedem anderen Lack auch könnten kleine Steinschläge repariert werden. Das Nemus ist freilich kein Allewetter-immer-draussen-Velo: «Generell raten wir dazu, das Rad wettergeschützt unterzustellen.», hält Nemus fest.

    Zum Liebhaberpreis

    Daran würd‘ ich mich auch halten, denn das Ding ist nicht günstig. Der Verkaufspreis wird bei etwa 5000 Euro liegen, also gut 6000 Franken. Der Markteintritt ist für den kommenden Sommer vorgesehen. Als erstes wird es ein Singlespeed geben, ein Modell mit Nabenschaltung sowie eine vollausgestattete City-Option mit Gepäckträger, Schutzblechen und Beleuchtung sind geplant.

    Ob die Nemus-Holzvelos auch in der Schweiz erhältlich sein werden, ist offen. Ein Vertriebspartner wird noch gesucht.

    Die Red-dot-Preisverleihung findet am 7. Juli in Essen statt.

    Die beiden Nemus-Gründer Robert Taranczewski (rechts) und Curt Beck mit ihrem Velo aus Holzfurnier, für das sie mit dem Red-dot-Award ausgezeichnet wurden.
    Die beiden Nemus-Gründer Robert Taranczewski (rechts) und Curt Beck mit ihrem Velo aus Holzfurnier, für das sie mit dem Red-dot-Award ausgezeichnet wurden.

     

    Das Nemus-Furniervelo in Nussbaum.
    Das Nemus-Furniervelo in Nussbaum.
  • Der Velofahrer ist jetzt auch ein Gümmeler

    Der Velofahrer ist jetzt auch ein Gümmeler

    Ich mach‘ daraus kein Geheimnis: Trotz meiner mittlerweile 44 Jahren Velo-Erfahrung bin ich noch kaum 10 Kilometer Rennvelo gefahren. Weshalb? Nun, hat sich eben nicht ergeben. Doch das wird sich ändern. Seit Sonntag bin auch ich ein Gümmeler und zählt ein wunderbarer italienischer Edelflitzer zu meinem Zweirad-Sortiment, ein Basso Loto, campagnolo-ausgestattet natürlich, denn Shimano weiterlesen

  • Das Velo ent-last-et uns

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    Titelseite der Facebook-Lastenrad-Fanseite aus Kopenhagen.

    In einer Zeit, zu welcher der Nachwuchs selbstverständlich motorisiert zur Schule und zum Training gefahren und für jedes Pfünderli Brot die Karre zur Garage herausgeholt wird, kann jegliche Initiative zur Förderung des Velos auch als Lastentransportmittel nicht hoch genug eingeschätzt werden. Der Velofahrer hat dieser Tage beim Websurfen drei spannende Sites weiterlesen

  • Meine neue Errungenschaft für (vorerst) den Velokeller

    130403_altes_cannondale_3Was andere an die Börse bringen oder ins Alteisen schmeissen, darf im Keller des Velofahrers zu neuem Leben erwachen. Das hier abgebildete Cannondale M900 habe ich vor Ostern auf der Internet-Auktionsbörse Ricardo für 60 Franken ersteigert. Das Bike hat Jahrgang 1995, wie ein Blick in den entsprechenden Katalog auf www.vintagecannondale.com (unterstes Bild) ergibt; einzig die Rock Shocks Judy-Federgabel muss später montiert worden sein. Nachgerüstet wurden auch die hydraulischen Magura HS33-Bremsen. Der hintere Wechsel ist ein XT-Modell, das eine Achtfach-Kassette schaltet. Gestern holte ich das gute alte Ding in Basel ab, heute war die grosse Reinigungskur angesagt. (mehr …)