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Flach herauskommen. Und steil aufsteigen

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Rebberge, soweit das Auge reicht – und null Verkehr: Unterwegs in der Elsässischen Weinstrasse.

Sieben Tage durchs Elsass bestärken den Velofahrer in der Gewissheit, dass der Radler nicht weit zu radeln braucht, um neue Welten zu entdecken und das Leben geniessen zu können. Am Vorabend packen, am Morgen in den Zug nach Basel steigen, in den Sattel, auf und davon Richtung französischer Norden.
Schön ists hier. Kilometerweit und stundenlang Kanälen und Flüsschen entlang, auf Strässchen, die kein Auto befährt und welche, oh Wunder, wunderbar beschrieben und mit Hinweisen versehen sind, sodass es ein Leichtes ist, den Rennstrecken zu entgehen.

Fazit: Herrlich!

Die Rheinebene, der flache teil des Elsass‘, ist Genussradeln pur. Nun, ganz ohne Kartenstudium geht es nicht, aber wer sich demselben widmet, was der Velofahrer mit Hingabe pflegt, kann sich Routen zusammenstellen, die exakt eine Tageslänge füllen (80 bis 90 Kilometer) und des Morgens und Nachmittags zu den passenden Zeiten an Salons de Thé vorbeiführen, allwo sich mit Pains au Chocolat und Mille-Feuillés die vebrauchten Kalorien nachtanken lassen.

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Kilometer um Kilometer, stundenlang: Den Kanälen entlang führen häufig herrliche Velowege; hier dem Rhein-Rhone-Kanal entlang.

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Die Ferme Auberge du Molkenrain, eine der vielen herrlichen Übernachtungsgelegenheiten an der Strecke.

Am Wegrand laden Colmar (1 Nacht) und Strassburg (2 Nächte, sehr empfehlenswert) zu Zwischenhalten ein. Ab Strassburg gehts in südwestlicher Richtung weiter, durch die Route de Vin und mit steilen Abstechern in die Vogesen. A propos Route de Vin: Der Velofahrer, der die kleinen Schilder nicht übersieht, wird auf einer eigens für ihn angelegten Route durch die Rebberge geführt – weitgehend autofrei. Fazit: Herrlich!

Ein Dreigänger im Molkenrain

Zu guter Letzt dürfen zwei Tage Passfahren nicht fehlen: Ins hinterste Münstertal, den Col de Platzerwasel hoch (danke für den Tipp, Dres Balmer) und zum Grand Ballon d’Alsace. Der ist zwar ein vielbesuchtes Touristenziel, aber gleichwohl den Krampf wert, denn die Aussicht vom höchsten Vogesengipfel ist einmalig. Und ungewohnt für uns alpengewohnte Schweizer: Der Blick geht für einmal in die andere Richtung.

Die letzte Nacht verbrachte der Velofahrer in der Ferme Auberge du Molkenrain. Der Hinweis im «velojournal» vom Juli 2008 hatte es in sich: Wo sonst gibts für 37 Euro Bett und Dusche, einen währschaften Dreigänger plus Petit déjeuner à discretion? Sowie das ganze eingebettet in eine Landschaft, die sich in der abendlichen Ruhe so wunderbar beschaulich zeigt?

Eben. Das Tüpfelchen aufs i ist der Umstand, dass es anderntags erst einmal 15 Kilometer bergab geht. Das gibt Tempo. Der Auslauf reicht fast bis Basel.

Schön wars. 520 Kilometer lang.

Elsass-Velotour_2011 auf einer größeren Karte anzeigen

Hier gehts zum Fotoalbum dieser Tour auf der Alben-Seite

Autor:

...geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

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