Die Kamera, die ich mir für die Velotour wünsche

Die Kamera Canon PowerShot G5X

Wie fotografierst du auf Tour? Das habe ich an dieser Stelle schon mal gefragt. Ich mein‘ diesmal aber nicht, mit welcher Kamera. Sondern wie du ebendiese einstellst. Mal ehrlich: Das Rädchen oben rechts steht doch auch bei dir fast immer auf Automatik. Oder auf P, wenn du, wie ich, die Bilder im RAW-Format aufnehmen willst. Mehr brauchts unterwegs im Grunde nicht. Aber wenig Kamera, dafür in höchster Qualität, womit zum Beispiel Lichtstärke oder Sensorgrösse gemeint sind: Gibts nicht auf dem Markt.

Lichtstark und fernsteuerbar
Für unsere Schwedentour im Juni und Juli hat uns Canon Schweiz die PowerShot G5X zur Verfügung gestellt. Ein Modell, das perfekt in unser leichtes Gepäck passte: um die 380 Gramm leicht, ein robustes, gut in der Hand liegendes Metallgehäuse, mit F1,8-2,8 ein lichtstarkes 4,2-fach-Zoom von umgerechnet 24 bis 100 Millimeter Brennweite sowie ein für Kompaktkameras grosser 1-Zoll-Sensor. Sehr praktisch ausserdem: Der voll bewegliche Bildschirm lässt sich um 180 Grad seitlich schwenken und um 270 Grad drehen. Und: Die WiFi-Funktion, mit der sich Bilder einerseits in voller Auflösung flink aufs Handy laden und von hier aus in einer Cloud sichern lassen und die es ausserdem erlaubt, die Kamera vom Handy aus auch fernzusteuern. Sich selbst auf dem fahrenden Velo aufnehmen? Geht damit inzwischen ganz einfach, wenn man ein Stativ dabei hat.

Viele Modi, dicke Bedienungsanleitung
Der ganze Rest aber: Weshalb packen die Kamerahersteller so viel Krimskrams in ihre Kompakten, den nie jemand braucht? Ein Modus Filmtagebuch? Die Voreinstellung, um ein Feuerwerk aufzunehmen? Fischaugen-Simulation, Poster- und Spielzeugkamera-Effekt? Nutz‘ ich alles nicht, überlädt hingegen das Menü und bläst die Bedienungsanleitung auf fast 220 Seiten auf. Das Testportal digitalkamera.de spricht mit Recht angesichts der «schieren Anzahl der Menüs» von einer «gewisse Unübersichtlichkeit».

Damit ist nichts – siehe oben – gegen die G5X gesagt, und was hier bekrittelt wird, trifft auf viele andere Kompaktkameras ebenfalls zu. Gleichwohl: Ich wünsche mit ein Modell, das mit weniger Funktionen glänzt, diese dafür in hoher Qualität und bedienungsfreundlich bietet. Dazu gehören:

  • Objektiv mit vernünftigem Zoom-Umfang, auch in den Makro-Bereich
  • Lichtstärke
  • Sensorgrösse
  • Aufnahmegeschwindigkeit und Serienaufnahmen auch im RAW-Modus (diesbezüglich muss sich die G5X ordentlich Punkte abziehen lassen)
  • Nebst dem Automatikmodus nicht mehr als die üblichen Modi P, T, A und M
  • Blende, Blendenkorrektur und Belichtungszeit über Wählrad einstellbar, nicht fummeliges Bildschirm-Getippe (Vorbild: Fuji)
  • Eingebauter Blitz mit Stärken-Regulierung
  • Voll beweglicher Bildschirm
  • Sucher
  • WiFi
  • Filmen in Full-HD

Meine eigene Kompaktkamera, die Lumix DMC-LX7, erfüllt viele dieser Kriterien, ist hinsichtlich des Zuviel aber nicht besser als die Canon G5X. Sie begleitet mich seit Frühling 2013, nähert sich also dem Ende ihrer Lebenszeit. Ich bin gespannt, wie einfach mir dann der Markt die Ersatzbeschaffung machen wird.

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1 Kommentar

  1. Du sprichst mir aus der Seele. Ich nehme meine Kompaktkamera nicht mehr mit auf Tour. Eigentlich schade, denn eine gute Kamera mit hoher Lichtstärke und einer Tiefenschärfe, mit welcher sich spielen lässt, macht viel mehr Spass. Aber eben, die Dinger wurden immer komplexer, der Wettlauf ging in Richtung immer Datenspeicher- fressender und mit immer mehr Menüs und Untermenüs. Die Übersicht geht verloren. Letlich brauche ich eine Kamera, die bei den wichtigsten Momenten mit dabei ist und bereit ist für die Aufnahme. Und dem kommt meine Mobiltelefonkamera am nächsten. Nota bene ein einer relativ alten Samsung S5.

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