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Ein Mann, sein Rad und eine spitze Feder

Mit Blick auf die grossen Ferien, für welche mancher Radlerfreund noch Lektüre für unterwegs sucht, sei dieser Band mit bester Empfehlung in jede Satteltasche gelegt: «Ein Mann und sein Rad», ein Erzählband von Wilfried de Jong mit Geschichten vom Velofahren. Die 480 Gramm, verteilt auf 250 Seiten, sind lohnendes Mehrgewicht, denn sie versprechen, nach getaner Radelei, zwei, drei vergnügliche Abende vorm Zelt. Dann ist es die richtige Zeit, de Jongs Erzählungen zu lesen, denn auf Tour, zwischen Ankommen und Aufbrechen, ist der Geist wach für jene Geschichten, die man nur im Sattel erlebt, für die Ideen, deren beste unsereins pedalierend kommen. Und man wird sich gewahr, diesem netten Herrn könnte man durchaus vom einen und anderen Erlebnis berichten.

Wenn man es denn bloss so gut könnte wie dieser de Jong, auf dessen Touren es mal für mal zu erstaunlichen Begegnungen kommt.

Mal mit einem Blesshuhn, das er, oh Graus, nach der Kollision noch vollends totmachen muss, mal mit einer Rennfahrerwitwe, die ihm eine Massage verpasst, oder mit einem verwirrten jungen Mann in Manhattan. Was es mit dem Rad auf sich hat, das der Titel erwähnt, löst die letzte Geschichte auf; das Bild dazu ist auf belgischem Kopfsteinpflaster entstanden.

Auf meinem Büchergestell stehen mittlerweile viele Geschichtensammlungen rund ums Velo – siehe Bild obnen. Diese hier, im rad-affinen Covadonga-Verlag erschienen, erhält einen Platz vorne in der Reihe. Was der niederländische Schriftsteller, Filme- und Theatermacher, Fernsehmoderator und Schauspieler da vorlegt, ist in der Tat «ein bemerkenswertes Stück Literatur», wie der Verlag in seiner Medieninformation schreibt.

Schöne Veloferien allerseits! Und bringt mir eine hübsche Geschichte davon nach Hause!

Wilfried de Jong, «Ein Mann und sein Rad. Geschichten vom Radfahren», Covadonga-Verlag, Bielefeld, 2014, Broschur, 214 Seiten im Format 21 x 14.8 cm, ISBN 978-936973-91-4, ca. Fr. 18.00

Autor:

...geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

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