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Stadt Zürich testet Trouble-Shooting für Velofahrer

Am 2. Oktober beim Zürcher Bahnhofplatz entdeckt: Das Trouble-Shooter-Fahrzeug der Stadt, das Velofahrer bei Konflikten mit dem motorisierten Verkehr hinzurufen können. (Bilder: velofahrer.ch)

IIn Zürich können Velofahrende, die sich im Verkehr benachteiligt fühlen, unmittelbar von Motorfahrzeugen bedrängt oder von fahrlässigen Autolenkern in Gefahr gebracht werden, womöglich schon bald den städtischen Troubleshooting-Dienst anrufen, um ihre akute Situation vor Ort beurteilen zu lassen. Dessen Fahrer bzw. Fahrer nimmt dabei eine Bestandesaufnahme auf, sorgt dafür, dass allenfalls die gefährliche Stelle umgehend in den Velo-Gefahrenkataster der Stadtverwaltung aufgenommen und dort korrekt priosiert wird, und er kümmert sich auch um allfällige Anzeigen gegen fehlbare Lenkerinnen und Lenker von Motorfahrzeugen.

Zurzeit testet das Tiefbaudepartement der Stadt das System VTS (Velo-Troubleshooting), wie  velofahrer.ch gestern Freitag beobachten konnte. Im konkreten Fall war eine Velofahrerin beim Hauptbahnhof von einem Lieferwagen, der später Richtung Landesmuseum abbiegen wollte, so knapp überholt worden, dass dessen rechter Aussenspiegel die Frau an der linken Schulter streifte und diese beinahe stürzte. Die etwa 40-Jährige, offenbar eine der VTS-Testfahrerinnen, meldete sich umgehend bei der Dienststelle, deren Servicefahrzeug etwa fünf Minuten später zur Stelle war.

Halbjährige Versuchsphase

Das Tiefbaudepartement will erst über das VTS informieren, wenn das System zuverlässig läuft. Ein Mitarbeiter erklärte auf Anfrage von velofahrer.ch, die Einführung sei eine Folge der Annahme der Veloinitiative und von deren Gegenvorschlag in der Abstimmung vom 14. Juni dieses Jahres. Damit stehen für die nächsten zehn Jahre 120 Millionen Franken für die Veloförderung zur Verfügung. Nach Auskunft des Mitarbeiters funktioniert das VTS mit einer Smartphone-App, die mit einer winzigen Dashcam im Vorbau des Velos verbunden wird und über die ein Alarm ausgelöst bzw. die VTS-Dienststelle angerufen werden kann. Vor Fahrtantritt müssen Handy und Dashcam über Bluetooth gekoppelt werden. Die von der Kamera aufgenommenen Bilder unterstützen allenfalls die Beweisaufnahme und werden bei Strafanzeigen gegen fehlbare Lenker als Beleg anerkannt.

Nach Angaben des Tiefbaudepartements dauert die Versuchsphase für das VTS sechs Monate. Über die Einführung entschieden werde am 1. April des nächsten Jahres.

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Das Troubleshooting-Fahrzeug des städtischen Tiefbauamts gestern beim Hauptbahnhof Zürich. Wird es über die App angerufen, soll es in spätestens fünf Minuten zur Stelle sein.

Autor:

…geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

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