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Leicht wehmütige Erinnerungen an mein Fateba

Leider kein Fateba, sondern ein Modell von HP-Velotechnik. (Bild: www.hpvelotechnik.com_ pd-f)

So sah mein Fateba-Liegerad aus.

«Das Liegerad avanciert zum Liebling unter Radtouristen», schreibt Gunnar Fehlau, Autor des Standardwerks «Das Liegerad» und Leiter des Pressedienst-Fahrrad, in seinem neusten Beitrag auf pd-f.de. «Sie entscheiden sich immer öfter für dieses einmalige Radreiseerlebnis, denn Liegeräder sind schnell und gleichermaßen bequem. Sie bieten zusätzlich eine rollende Panorama-Perspektive.» Bei dieser Radgattung fänden Aerodynamik und Komfort perfekt zusammen, so Fehlau. «Im Gegensatz zum Aufrechtradeln, kann man im Sessel des Liegerads hohe Geschwindigkeiten mit beeindruckenden Rundumblick verbinden», erklärt Weltenradler Tilmann Waldthaler im gleichen Artikel.

Fateba gegen Cannondale
All dem kann ich nur beipflichten. Indes kommt mir beim Lesen dieser Zeilen leise Wehmut auf. Wie konnte ich 1992 bloss mein Fateba-Liegevelo verkaufen, das ich doch erst zwei Jahre zuvor mit Stolz erworben hatte und mit welchem ich so manche unvergleichliche Überlandfahrt genossen hatte? Ich erinnere mich an meine erste grössere Passfahrt im Herbst 1991 mit Kollegen: Furka Grimsel an einem Tag, meine Oberschenkel-Muskeln waren erst ungenügend liegerad-tauglich, weshalb ich weit abgeschlagen auf den Passhöhen eintraf. Bergab allerdings liess ich mir die Spitze nicht nehmen: Tempo 70 bis knapp vor die Kurven, ohne mit der Wimper zu zucken.

Doch eben, im Nachhinein ist man immer klüger und relativiert man die Umstände, die seinerzeit zum heute bedauerten Entscheid führten. Im vorliegenden Fall war es die unglückliche Anschaffung eines massgefertigten Alltags- und Tourenvelos 1991, das mir nie wirklich Freude machte, weil es mit gefülltem Kindersitzli hintendrauf schätzungsweise schon bei Tempo 20 zu flattern anfing. Leider hatte das Ding eine so grosse Stange Geld gekostet, dass ich das Fateba verkaufen musste, um mir Ersatz zu beschaffen. Immerhin, für das Liegevelo löste ich spielend noch 2400 Franken, dies bei einem Neupreis von 2850 Franken. Und das Cannondale T1000, das ich dann bei Transa kaufte (nur der Rahmen), macht mir heute noch fast jeden Tag Freude.
Bis ich mir allerdings ein neues Fateba leisten kann, wirds noch ein Weilchen dauern. Unter 4300 Franken ist da leider nichts mehr zu haben.

Autor:

...geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

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