Suche
Suche Menü

Edys Velomuseum: Hingehen und staunen

Das 1. Nationale Velomuseum in Brügg bei Biel ist ein Kleinod in der Ausstellungslandschaft. Ein Besuch daselbst lässt sich wunderbar mit einem kleinen Reislein auf zwei Rädern verbinden, wie es der Velofahrer am vergangenen Sonntag gemacht hat: Mit dem Zug nach Burgdorf und von dort der regionalen Veloroute 24 entlang Richtung Biel (welche unter anderem – noch nie gehört – durchs Limpachtal führt) und, kurz vor dem Ziel, sozusagen vor der Haustür des Velomuseums vorbei.
Dieses hat ab Ostern bis Ende November jeden Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Wer Glück hat, und das hat fast jeder, kann sich von Museumsleiter Edy Arnold persönlich so viel erklären lassen, wie er/sie mag. Zu bestaunen gibt es eine ganze Menge: Von Ferdy Küblers erstem Renner bis zu jenem kuriosen italienischen Velo (Jahrgang 2010!) mit Allradantrieb. Alles ist im Saal des ehemaligen Restaurants «Du Pont» liebevoll an- und nebeneinandergereiht, hängt an der Decke und an den Wänden, der Boden knarrt und es riecht ein bisschen nach Werkstatt. Schön, das alles!
Eintritt kostet so ein vergnügliches Stündchen nicht; doch wer weiss, wie viele Aufwand hinter dieser Ausstellung steckt, wirft am Schluss gerne einen Fünfliber oder mehr ins Truckli. Es gibt nur eins: Hingehen, staunen und unterstützen.

Das eingangs erwähnte kleine Reislein fand übrigens an diesem sonnigen Tage eine schöne Fortsetzung: Dem Nidau-Büren-Kanal und der Aare entlang bis nach Solothurn. Herrlich!

300 Velos und mehr

Die Geschichte des Velomuseums, dessen Zukunft keineswegs gesichert ist, ist auf dessen Website beschrieben oder hier nachzulesen:

Im verwaisten Restaurant «Du Pont» in Brügg bei Biel durfte man sich freuen. In diesem Haus, wo man vor 126 Jahren der Schweizerische Radfahrerbund SRB gründete, wurde am 26. Mai 2009 das 1. Nationale Velo-Museum eröffnet.

Die Geschichte des Velos von 1817 bis heute: über 300 kostbare Fahrräder aus allen Epochen, gruppiert, beschriftet und mit liebevollen Details versehen erwarten Besucherinnen und Besucher. Literatur,Bilder und Fakten bereichern die Ausstellung.

«Diese Ausstellung ist einmalig», bestätigten Veloexperten schon anlässlich der 125-Jahr- Jubiläums-Feier des SRB, eine Art „Vorpremière“ im 2008 im „Du Pont“ Brügg. Auch der amtierende Gemeindepräsidentvon Brügg, Charles Krähenbühl, begrüsst dieses Nationale Velo-Museum. Er ist sich bewusst, dass dies ein interessanter Anziehungspunktfür Brügg und die Region bedeutet und weiss, dass Brüggerinnen wie Brügger hinter dem Museum stehen.

Für den Ausstellungsmacher Edy Arnold (69), ein Urner, den es für den Ruhestand ins Seeland zog, gehörten Fahrräder schon immer zum Leben. Der Innerschweizer machte sich als Organisatorvon zahlreichen Radsportanlässen und auch als Mannschafts- und Hochradfahrer einen Namen. Seine historischen Velo-Ausstellungen da und dort im Land waren bekannt und beliebt. Es ist nun seine 50. Huldigung an das Fahrrad und «meine definitive und letzte», wie er sagt. «Es gibt eben nicht nur bei den Motorrädern heisse Stühle, sondern auch unter den Velos», schwärmt er.

In unzähligen Stunden und mit viel Hingabe hat Edy Arnold die Innenräume des Du Pont mit allen erdenklichen Farbutensilien auf Vordermann gebracht und das Museum auf die Beine, bzw. auf die Räder gestellt. Stilgerecht kann sich Arnold jedem Besucher in Kleidung aus der Gründerzeit des Velos zeigen oder mit einer Demonstration auf dem Hochrad im Saal für Bewunderungsorgen.

Offen ist das Museum ab Ostern bis Oktober am Wochenende (10-17h) und auf Anfrage. Edy Arnold: «Das interessiert sowohl den Einzelnen als auch Schulen, Gruppen und Veloausflügler, für die das Seeland eh prädestiniert ist.»

Die Bilder zu diesem Artikel wurden der Website des Velomuseums entliehen. Vielen Dank.

Autor:

…geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.