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Ab aufs Velo – aber bitte mit Helm

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Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bf), der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) und der Radsportverbands Swiss Cycling werben gemeinsam dafür, beim Velofahren einen Helm zu tragen. Mit einem prominenten Botschafter: Dem Olympiasieger und vierfachen Strassenweltmeister  Fabian Cancellara. «Ich bin ein überzeugter Helmträger – nicht nur bei Rennen oder im Training. Ich setze den Helm auch dann auf, wenn ich mit meiner Familie einen Ausflug unternehme», wird der Berner in einer Medienmitteilung zitiert.

Kampagne «Love Velo – immer mit Helm»

Die Medienmitteilung vom 19. März 2012 im Wortlaut:

Ob sportlich mit dem Rennvelo oder gemütlich mit der Familie – Velofahren macht Spass und ist gesund. Im Alltag besticht das Fahrrad ebenfalls: Auf kurzen Strecken und in der Stadt ist es das mit Abstand schnellste und ökologischste Fortbewegungsmittel. Damit der Spass nicht getrübt wird, sollten sich Velofahrende mit einem Helm schützen. Heute wird dieser häufig nur bei sportlichen Fahrten getragen. Auf kurzen Strecken oder bei Gelegenheitsfahrten wird er dagegen noch zu oft daheim gelassen.

Die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, der VCS Verkehrs-Club der Schweiz und der Radsportverband Swiss Cycling lancieren deshalb die Kampagne «LOVE VELO – Immer mit Helm». Finanziert wird sie durch den Fonds für Verkehrssicherheit. Ab dem 19. März machen Plakate und ein TV-Spot die Velofahrenden auf die Vorteile des Helmtragens aufmerksam. Sie sollen dafür sensibilisiert werden, dass ein Helm auch auf kurzen Strecken schützt.

Damit der Velohelm auch wirklich schützt, muss er korrekt getragen werden. «Ich achte stets darauf, meinen Helm richtig anzuziehen», sagt Fabian Cancellara. «Der Helm muss zwei Finger breit über der Nasenwurzel sein, und die Bänder müssen straff sitzen.»   Auf www.lovevelo.ch gibt Fabian Cancellara ab dem 19. März weitere Tipps zum sicheren Velofahren. Ausserdem findet auf der Homepage ein Wettbewerb zur Wahl eines Mister oder einer Miss Velohelm statt. Helmträgerinnen und –träger können ihr Bild posten. Die Besucherinnen und Besucher der Webseite entscheiden über den Titel Miss oder Mister Velohelm. Dem Gewinner oder der Gewinnerin winkt ein schickes Fahrrad für alle Gelegenheiten. Parallel zur Kampagne findet die jährliche Velohelmaktion statt: Dank der bfu und der finanziellen Unterstützung des Fonds für Verkehrssicherheit können rund 30’000 Helme mit einem Rabatt von 20 Franken gekauft werden. Eine Liste der Verkaufsstellen, die sich an der Aktion beteiligen, findet sich auf www.velohelm.ch.

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Der Velohelm ist nach wie vor politisch ein umstrittenes Thema. Im Dezember hat der Nationalrat mit 128 zu 55 Stimmen das vom Bundesrat angestrebte Velohelm-Obligatorium für Jugendliche bis 14 Jahren abgelehnt. Pro Velo begrüsste den Entscheid: Es sei «vernünftig (…), die Frage, ob Jugendliche beim Velofahren einen Helm tragen sollen, den Eltern zu überlassen. Bereits heute tragen über 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen einen Velohelm. Ein weiteres Argument, nämlich die Befürchtung, der sensiblen Gruppe der Heranwachsenden das Velofahren durch ein Velohelm-Obligatorium zu vergraulen, hatte den Verband der Alltagsvelofahrenden diese politische Diskussion führen lassen.» (Medienmitteilung vom 20. Dezember 2011)

Die bfu vertritt eine andere Haltung: Sie setzt sich für ein Velohelm-Obligatorium bis 14 Jahre ein. In einer Medienmitteilung vom 5. Juli 2011 schreibt die Stelle: «Bei den Erwachsenen setzt die bfu nach wie vor auf Eigenverantwortung und Überzeugungsarbeit. Ein generelles Obligatorium fordert die bfu jedoch nicht, weil die gesellschaftliche Akzeptanz – insbesondere bei einem Teil der Radfahrer selbst – nicht gegeben ist. Da der Nutzen des Velohelms für die Sicherheit wissenschaftlich belegt ist, wird die bfu aber weiterhin Kampagnen zur Förderung des freiwilligen Helmtragens bei den Erwachsenen führen.»

Hier das Positionspapier der Pro Velo zur Helmtragpflicht herunterladen.

Das Video zur aktuellen Velohelm-Kampagne


Kategorie: Medien, Politik

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...geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

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