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Die «Herzschlaufe Seetal» geht ans Herz

Hier fährt der Frühling ein: prachtvoll blühender Baum oberhalb von Seon. | © 2018 Dominik Thali

Wir pedalierten schon durch den Peloponnes (Hochzeitsfahrt), schlängelten uns durch die Mecklenburger Seen (inzwischen zu fünft), erkundeten bayrische Biergärten, schwedische Inseln und jurassische Höhen. Jedoch: Wir könnens auch in der Nähe und dies (zum wiederholten Male) nur empfehlen. Anlass dazu gibt die Herzschlaufe Seetal, die wir, Frau Gemahlin und meine Person, am Freitag und Samstag unter die Räder genommen haben. 110 km von Haustür zu Haustür, eine aussichtsreiche Wunderfahrt durchs Frühlingsblühen.

Die Herzschlaufe Seetal, soeben ins dritte Jahr gestartet, ist ein Abstecher der Herzroute, der in zwei  Tagesetappen abseits vom Verkehr in weiten Bögen von Eschenbach nach Lenzburg und zurück führt. Gedacht ist sie als  Route für Elektromotörler – wir haben sie als beingetriebene Velofahrer gewissermassen missbraucht und finden aber die 2100 Höhenmeter im Anstieg kein Problem: Man hat und nimmt sich halt die Zeit und stösst das Velociped bergauf, wenn die Kraft in den Beinen nicht mehr ausreicht. Punkt.

Die Belohnung der vermeintlichen Mühsal ist unerhört gross. Der Tag begann mit einer kleinen Einkehr in der schönsten aller Besenbeizen, dem Nussbaumbeizli von Familie Kurmann auf dem Horben, es ging sodann, übern Lindenberg, durch blühende Hochstammkulturen und über den Lindenberg mit Ausblick auf den Baldegger- und Hallwilersee sowie auf das Alpenpanorama, viel auf nicht geteerten und auf Waldstrassen, durch unbekannte Tälchen und an schönen Bauerngärten vorbei; es folgte ein friedlicher Abend auf Schloss Lenzburg mit gastfreundlicher Aufnahme im Bed-and-Breakfast bei Dani Schranz mitten im Städtchen, sodann ein ebenso wundervoller zweiter Tag, auf dem Westast, auf dem man in die grünen Täler und Anhöhen des Aargaus und der Region Beromünster-Sempachersee eintaucht. Eine Strecke für Heimatverliebte und solche, die sich diesbezüglich anstecken lassen wollen.

Ab Beromünster, beim zweiten Zobig, schlauft man sich allmählich wieder ins Seetal ein, nach einem spannenden Zickzack durch die Hildisrieder Anhöhen und letzten Halt bei Seppi Zwinggis wunderschöner Antoniuskapelle in Traselingen. Mit Gottes Segen sausen wir talwärts –  dankbar für viel erlebte (er-fahrene) Schöpfungswunderkraft.

P.S. 1: Die Herzschlaufe ist mit Elektrovelos natürlich bequemer zu meistern. Es geht aber, wie beschrieben, mit zwei gesunden Beinen, hevorragend auch, ohne eine Batterie mitzuschleppen. Ratsam ist einzig ein robustes Velo, wobei ein Bike angesichts der langen Abschnitte, die nicht geteert sind, keine schlechte Idee ist.

P.S. 2: Rund um den Napf gibts seit diesem Wochenende ebenfalls eine Herzschlaufe, die Herzschlaufe Napf.

 

 

Autor:

...geboren 1963, lebt in Hochdorf im Luzerner Seetal, kommt am liebsten auf zwei Rädern und aus eigener Kraft voran und kriegt schmutzige Hände vorzugsweise im Velokeller.

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